Heute am World Baking Day widme ich mich dem Wunsch einer Leserin, die mich gefragt hat, ob ich nicht mal wieder etwas Typisches aus dem Schwobaländle backen könnte, da sie im Rheinland immer so große Sehnsucht nach leckerem, schwäbsichen Essen bekommt. Da han i mir denkt, “Ha jo des mach mer doch glei” (Da habe ich mir gedacht “Ja das machen wir doch gleich) ohne zu wissen, was es außer dem Träubleskuchen, den Mutzenmandeln und dem Ofenschlupfer eigentlich überhaupt noch für typisch Schwäbische Süßspeisen gibt. Also hab ich mich durch’s Internet gewühlt und habe etwas interessantes gefunden. “Pfitzauf” – ein Eiergebäck, für das es sogar eigene Formen gibt. (die ich aber nicht hatte, aber es gibt eine gute Alternative)
“Dr Teig ka mer mit am Flädlesteig vergleicha” (Den Teig kann man mit einem Pfannkuchenteig vergleichen). Er wird aus einfachen Zutaten gefertigt und ist super schnell zubereitet. “Pfitzauf” tauchte erstmals um 1820 in Büchern auf und man geht davon aus, dass er vom englischen Yorkshire Pudding abgeleitet wurde. Den Namen hat das schwäbische Gebäck daher, weil es im Ofen hoch “pfitzt” (ich weiß nicht, ob es dafür ein hochdeutsches Synonym gibt, hab zumindest keins gefunden, aber man könnte sagen es “geht auf” – es verdreifacht seine Masse ungefähr)
Pfitzauf
Zutaten: (für 2 6er-Pfitzauf-Formen oder 12 Tassen)
- 250 g Mehl
- 6 Eier
- Salz
- 2 EL Puderzucker
- 500 ml Milch
- 80 g Butter (zerlassen)
Zubereitung:
Schritt 1: Backofen auf 200 Grad Ober-Unterhitze aufheizen. Die Butter zerlassen. Die Formen oder die Tassen auf ein Backblech stellen und nach der Hälfte des Aufheizvorgangs mit im Ofen erwärmen.
Schritt 2: Eier und Puderzucker mit dem Schneebesen gut verrühren. In einer separaten Schüssel Mehl, eine Prise Salz und Milch mit dem Handrührgerät verquirlen. Dann das Ei-Puderzucker-Gemisch dazugeben und mit dem Schneebesen von Hand unterrühren. Zuletzt noch die zerlassene Butter dazu geben.
Schritt 3: Die Formen mit dem Blech aus dem Ofen holen (ACHTUNG: SEHR HEIß!!), mit einem Pinsel mit ordenltich Butter einfetten und sofort den Teig mit einer Kelle einfüllen (aber nur bis zur Hälfte). 25 – 30 Minuten goldgelb backen. Nicht erschrecken: Im Ofen geht der “Pfitzauf” fast auf die 3-fache Größe auf und das, obwohl kein Backpulver verwendet wird. Man könnte es als die schwäbische Version des Souffles bezeichen. Nach der Backzeit die Pfitzauf herausnehmen, kurz abkühlen lassen, aus den Formen nehmen, mit Puderzucker bestäuben und servieren.
Als die kleinen Pfitzauf im Ofen plötzlich auf die Idee kamen die schützende Hülle der Tassen zu verlassen und Richtung Backofendecke zu streben dachte ich mir “Heilig’s Blechle, ezt laufat se gloi iber” (Heiliges Blech, jetzt laufen sie gleich über). Dadurch, dass aber das Ei im Teig gerinnt, passiert genau das nicht. Ich hab Pfitzauf zum ersten Mal gemacht und bin richtig begeistert vom Geschmack. Und mit Apfelkompott schmeckt das sicherlich auch sehr gut. Ich könnte es mir auch gut als deftige Variante mit Linsen oder Fleisch vorstellen. Ein Experiment wäre es wert. Und wenn es dann doch nicht schmeckt, dann ist das auch nicht schlimm; wie sagt man im Schwobaländle so schön: “Dr Honger treibts na, dr Geiz b’hälts dra” (frei übersetzt: Die Schwaben sind zu geizig um es wieder auszuspuckenn, wenns nicht schmeckt *hihi*)
Ich wünsche euch schöne Pfingsten und einen backwütigen World Baking Day. Legt Musik auf, schnappt euch ein Rezept, lasst den Schneebesen wirbeln und schwingt die Hüften.
“Dr Schnäbäsa sei mit eich”,
Euer Backbube



















































