Weihnachten

Hutzelbrot – Mein liebster schwäbischer Klassiker zur Weihnachtszeit ODER die einfachste Art Muskelkater zu bekommen

Heute möchte ich euch einen richtig schwäbischen Klassiker vorstellen: Das Hutzelbrot – ganz traditionell auch Schnitzbrot genannt. Es wird hauptsächlich aus Trockenfrüchten und Nüssen hergestellt, wobei hier im Schwobaländle Trockenbirnen – die so genannten Hutzeln – der Hauptbestandteil sind. Ich habe Hutzelbrot schon als Kind förmlich verschlungen, am liebsten mit ’ner ordentlichen Schicht eiskalter Butter drauf – und genau so liebe ich es heute auch noch. Ich habe aber noch nie Hutzelbrot selbst gemacht. Dass ich es nun endlich einmal doch gemacht habe, daran sind die sympathischen Besitzer von www.matrowe.de schuld. Die hab ich bei meinen Eltern auf dem Kunsthandwerkermarkt in Schmidsfelden im Allgäu kennen gelernt und damals gleich diese sensationellen getrockneten Drachenfrüchte mitgenommen, die ich bei meinem Halloween-Table verwendet hatte. Und sie haben mir alles geschickt, was man für ein leckeres Hutzelbrot braucht. Und das Rezept für das leckere Weihnachtsgebäck gab’s gleich noch mit dazu. Neben Rezept und guten Zutaten braucht ihr vor allem 3 Dinge: Ein große Schüssel {eher eine Wanne}, viel Geduld und eine gute Muskulatur, die sich spätestens durch das Kneten des Teiges aber so oder so aufbaut – woher ich das weiß? Am Tag nach dem Backen hatte ich den Muskelkater meines Lebens. Der Geschmack der Brote macht das aber auf jeden Fall wieder gut.

Hutzelbrot - Collage aus SCheibe mit Butter und Brot im linken oberen Bildrand

Schwäbisches Hutzelbrot (10-12 Stück)

Zutaten:

  • 500 g Dörrbirnen
  • 500 g getrocknete Pflaumen
  • 500 g getrocknete Feigen
  • 1000 g Weizenmehl (Typ 1060)
  • 40 g Hefe
  • 125 g Zucker
  • 1 Msp. Salz
  • 30 g Zimt
  • 1 EL Anis
  • 1 EL Kirschwasser
  • 500 g Rosinen
  • 250 g Haselnüsse, die Hälfte davon grob gehackt
  • 250 g gehackte Mandeln
  • 50 g Zitronat
  • 50 g Orangeat

Zubereitung (Dauer 3 Tage):

  1. Weicht die Birnen über Nacht ein Wasser ein. Achtet darauf, dass sie komplett vom Wasser bedeckt sind. Legt am besten einen Teller auf die Birnen, damit sie unter Wasser gedrückt werden.
  2. Kocht am nächsten Tag die Birnen im Einweichwasser ca. 20min auf, und gießt sie dann über die Pflaumen und Feigen. Lasst alles einige Stunden auskühlen.
  3. Gießt die Früchte in ein Sieb und fangt das Wasser auf. Dieses Wasser nennt man Schnitzwasser, was den Früchtebroten auch den Namen Schnitzbrot gibt. Schneidet die Früchte dann in kleine Würfel, ebenso das Orangeat sowie das Zitronat.
  4. Rührt die Hefe mit etwas erwärmtem Schnitzwasser an, gebt das Mehl in die Wanne, drückt eine Mulde hinein und gießt die Hefemischung dazu. Deckt die Wanne mit einem Geschirrtuch oder Handtuch zu und lasst den Vorteig etwa 10 Minuten gehen.
  5. Gebt dann alle restlichen Zutaten mit dazu und verknetet den Teig mit den Händen. Wenn er zu trocken ist, dann gebt etwas vom Schnitzwasser dazu. Der Teig sollte gut formbar sein. Bestäubt den Teig mit Mehl und lasst ihn an einem warmen Ort so lang gehen, bis die Mehlschicht Risse bekommt. 
  6. Formt aus dem Teig 10 – 12 Laibe, legt sie auf 2 Backbleche mit Backpapier, bedeckt sie mit einem Tuch und lasst sie über Nacht gehen.
  7. Heizt am nächsten Tag den Ofen auf 180 Grad Ober-Unterhitze auf. Backt die Brote etwa 60 Minuten auf mittlerer Schiene. Achtet darauf, dass sie nicht schwarz werden. Am besten schiebt ihr nach etwa 40 Minuten ein leeres Backblech auf die unterste Schiene, dann werden die Hutzelbrote von unten nicht zu dunkel.
  8. Holt die Brote aus dem Ofen und bestreicht sie noch heiß mit dem Schnitzwasser. Lasst sie dann abkühlen und 2-3 Tage auf einem Kuchengitter stehen, dann schmecken sie am besten.

Hutzelbrot - Collage aus angeschnittenem Brot von weitem und Nahaufnahme auf Anschnitt Hutzelbrot - Scheibe mit Butter

Das Rezept ist zwar etwas aufwändig, aber die Mühen lohnen sich. Das Hutzelbrot schmeckt einfach sensationell. Und dass es so gut schmeckt, liegt meiner Meinung nach an der unschlagbaren Qualität der Zutaten von matrowe. Besonders begeistert war und bin ich von dem frischen Orangeat und Zitronat, das hab ich sogar pur gegessen. Und es gibt zwei weitere entscheidende Argumente, warum ich euch den Online-Shop mit bestem Wissen und Gewissen weiterempfehlen kann: Alle Trockenfrüchte sind ungeschwefelt {für mich immer ein MUSS bei getrockneten Früchten} und werden in 100% biologisch abbaubarer Verpackung verschickt. Und für alle, die sich wie ich immer ärgern, dass im Studentenfutter irgendwelche Sachen drin sind, die sie nicht mögen, kommt der Trockenfrucht-Mixer genau richtig. Überzeugt euch doch einfach mal selbst davon. Ihr könnt die Brote übrigens wunderbar verschenken, denn die leckeren Früchtebrote halten sich, in Frischhaltefolie verpackt, etwa 3-4 Monate.

Hutzelbrot - angeschnitten - Frontalansicht - von weiter weg

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

Gefällt dir der Beitrag? Dann unterstütze backbube.com und teile den Beitrag.

You Might Also Like

6 Comments

  • Reply
    Usula Kock
    2. Dezember 2015 at 18:45

    Sehr geehrter Herr Hummels,

    können Sie mir eine Adresse abgeben, wo ich dieses Hutzelbrot erwerben kann?

    Vielen Dank und viele Grüße
    Ursula Kock

    • Reply
      backbube
      3. Dezember 2015 at 16:23

      Hallo Frau Kock,

      das Brot gibt’s nirgends zu erwerben. Zumindest nicht von mir gebacken. Da ist selber backen angesagt ;).

  • Reply
    Karen
    3. Dezember 2015 at 10:48

    Hallo Markus,

    ich finde es toll das du schwäbische Rezepte machst :-). Die sieht man in der Bloggerwelt viel zu selten :-)

    Liebe Grüße aus Esslingen
    Karen

    • Reply
      backbube
      3. Dezember 2015 at 16:23

      Hallo Karen,

      genau der Meinung bin ich auch. Wollte sowieso im neuen Jahr mal nen schwäbischen Monat machen. ;)

      Liebe Grüße,
      Markus

  • Reply
    Hutzelbrot - ein Laible für die schwäbische Seele in der Weihnachtszeit
    28. November 2017 at 08:06

    […] Schnitzbrot – Mein schwäbischer Klassiker vom Backbuben […]

  • Reply
    Gardis Cramer
    29. November 2017 at 16:38

    Hallo Markus,

    Ich liiiebe Hutzelbrot, vor allem selbst gebackenes. Ich hab es auch schon ein paar Mal gemacht, es ist eigentlich einfacher als es sich anhoert, und schmeckt super lecker. Ich frage mich, ob du als Ulmer auch die Geschichte von Moerike kennst, also das Hutzelmaennchen? Ich bin mir ziemlich sicher, aber fuer dich und alle, die sich fuer den ‚Ursprung‘ des Hutzelbrots interessieren, hier ist der Text im Online Projekt Gutenberg:
    Das Stuttgarter Hutzelmännlein, von Eduard Mörike
    http://www.gutenberg.org/files/48464/48464-h/48464-h.htm

    ganz viele Gruesse aus London,
    Gardis

  • Leave a Reply