Cheesecakes/ Süße Kleinigkeiten

Leckere Mini Zitronen Cheesecakes & eine Liebeserklärung an das Theater

Heute möchte ich euch gern mal ein bisschen von mir und meinem eigentlichen Beruf erzählen. Das Jahr hat gerade erst angefangen und schon geht es bei uns am Theater an der Donau wieder richtig ab. Es vergeht bis Ende Februar kaum ein Tag, an dem ich nicht auf der Bühne stehe. Ob als Abraxas in „Die kleine Hexe“, als Robbespierre & Camille in „Danton’s Tod“ oder als Karikatur meiner selbst im Liederprogramm „Herr Hummel lädt ein“. Manchmal sogar alle 3 Stücke in der selben Woche. Und für wen sich das jetzt nach Stress anhört, der sei eines Besseren belehrt. Ich hätte nämlich nichts dagegen jeden Tag gleich mehrmals auf der Bühne zu stehen. Mein Herz schlägt nunmal für die Bühne. Ich liebe es für Kinder und Jugendliche Theater zu machen, denn wenn diese nicht mehr ins Theater gehen, wer soll es dann in Zukunft noch tun. Das Theater ist eine Kunstform die nicht aussterben darf {und auch nicht wird}. Denn im Theater ist so gut wie alles möglich. Da gibt es eben sprechende Raben, Degen schwingende Superhelden und kleine Hexen, die auf Besen reiten. Und nichts davon ist animiert – aber dafür animiert es die Fantasie der jungen Zuschauer. Man taucht in Welten ein, die man live miterlebt. Für mich war das als Kind das Höchste der Gefühle, wenn meine Eltern mit mir ins Theater gingen. Das Theater war schon immer Teil meines Lebens und wird es auch immer bleiben.

Den Weg des Schauspielers einzugehen habe ich nie bereut. Mir war von vornherein bewusst, dass ich mit der Schauspielerei kein Millionär werden kann. Aber ich stehe auch nicht wegen des Geldes auf der Bühne, sondern weil es eine Herzensangelegenheit ist. Und selbst wenn man es darauf anlegen würde, wäre das denkbar schwierig, da der Beruf des „Schauspielers“ – den ich 4 Jahre lang erlernt habe – leider noch immer nicht geschützt ist. Jeder kann Schauspieler werden, ob mit oder ohne Ausbildung. Und genau das ist das Problem. Man kann ja auch nicht einfach als Chirurg anfangen, ohne jemals Medizin studiert zu haben. Solang sich daran nichts ändert wird es immer eine „brotlose Kunst“ bleiben. Die meisten wissen zum Beispiel gar nicht, dass an einem Stadttheater die Schauspieler zu denen gehören, die am wenigsten verdienen. Gäbe es diese jedoch nicht, wäre der ganze Betrieb überflüssig.

Mini Zitronen Cheesecake

Aber all das ist für mich nur nebensächlich. Ich habe das Glück, an einem Theater zu arbeiten, das fair bezahlt und das jedes einzelne Ensemblemitglied schätzt und vor allem wertschätzt. Und es gibt so viele schöne Dinge, die einem in diesem Beruf passieren. Nichts ist zum Beispiel berauschender als hinter dem Vorhang zu stehen, durch den selbigen 350 junge Zuschauer zu hören, die eine Geräuschkulisse entstehen lassen, als würden sie jeden Moment das Theater zerlegen und dann mitzuerleben wie nach dem Öffnen des roten Samtvorhangs kein einziger Ton mehr über ihre Lippen kommt und sie 1 Stunde gebannt sind, von dem, was man auf der Bühne spielt. Oder ein Publikum zum Weinen zu bringen, das nicht einmal die Sprache versteht, in der man spielt. Wenn man in die leuchtenden Augen eines Kindes sieht, das sich nichts sehnlicher wünscht, als nach der Vorstellung einfach nur kurz „Hallo“ zu Abraxas zu sagen, dann weiß man, warum man diesen Beruf macht – man weckt etwas in den Herzen der Zuschauer. Für mich ist genau aus diesem Grund die Schauspielerei kein Beruf sondern eine Berufung. Das ganze Leben ist Theater und das Theater ist mein Leben.

Mini Zitronen Cheesecake-4

Und mit dem Bloggen ist es ähnlich. Ich mache das nicht um möglichst viele Likes oder Leser zu sammeln, oder mir meine Traumvilla zu finanzieren, sondern weil es mich mit Freude erfüllt und ich all meine Fantasie und Kreativität mit euch teilen kann. Ich wurde schon einige Mal gefragt, ob ich mich eines Tages auf eine der beiden Leidenschaften beschränken möchte und auch wenn das Theater eindeutig die Nase vorn hat {sorry lieber Blog} habe ich jedes Mal ganz klar NEIN gesagt. Man kann eine Herzenssache nicht einfach in die Hand nehmen und sagen „So jetzt geht’s dir an den Kragen“. {Auf die nun folgende Überleitung bin ich mehr als stolz:} Mit einem leckeren Mini Zitronen Cheesecake kann man das dagegen schon tun {also wenn das nicht die Überleitung des Jahrhunderts war *hihi*}. Und genau darum hab ich auch welche für euch gebacken:

Mini Zitronen Cheesecakes (12 Stück, alle Zutaten auf Zimmertemperatur)

  • 100 gr Hobbits (für den Boden)
  • 55 gr gemahlene Mandeln (für den Boden)
  • 1 EL Zucker (für den Boden)
  • 3 El geschmolzene Butter (für den Boden)
  • 500 g Frischkäse
  • 100 ml Sahne
  • 120 g Zucker
  • 2 Eier (L)
  • ½ Tl Vanilleextrakt
  • 2 EL fein abgeriebene Zitronenschale
  • 1 EL Zitronensaft

Den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. 1 Muffinblech mit 12 Cupcake Cups bestücken.

Die Hobbits {das sind Kekse, keine Auenlandbewohner} zerbröseln und mit Mandeln, 1 EL Zucker und geschmolzener Butter vermischen. Je 1 gehäuften EL dieser Mischung als Boden in die Förmchen drücken. Dann ab damit in den Kühlschrank.

Den Frischkäse mit der Sahne und dem Zucker fluffig aufschlagen. Die Eier einzeln hinzufügen, dann Vanilleextrakt, Zitronensaft und Zitronenschale. Die Schüssel auf die Arbeitsplatte schlagen, damit die Luftbläschen aus dem Teig entweichen. dann die Füllung in die Förmchen geben, so dass diese zu ¾ gefüllt sind.

Im vorgeheizten Ofen 25-30 Minuten backen. Herausnehmen, vollständig abkühlen lassen und erst dann im Kühlschrank aufbewahren.

Mini Zitronen Cheesecake-2

Sind sie nicht traumhaft die kleinen Leckerbissen? So schlicht und doch so gehaltvoll. Mit diesen kleinen Köstlichkeiten ist es wie mit dem Theater: Es muss nicht immer alles übertrieben verschnörkelt sein – oft sind es die einfachen Dinge, die die größte Wirkung erzielen. Und nun möchte ich von euch gern wissen, was euer schönstes Theatererlebnis war. Gibt es einen Theater-Moment, an den ihr euch immer wieder gern zurückerinnert? Ich freue mich darauf, all eure Kommentare zu lesen und zu erfahren, was Theater für euch bedeutet.

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

 

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14 Comments

  • Reply
    Tatjana
    18. Januar 2015 at 10:40

    Lieber Markus, lieber Backbube,
    das klingt total interessant, und ich freu mich für dich dass du in deiner Arbeit so viel Freude hast und darin aufgehst, ich find das toll, möge dir das Theater und deine Arbeit mit Kollegen und Zuschauer noch lange ganz viel Freude machen, schade dass du so weit weg bist, sonst käme ich sehr gerne in eine deiner Vorstellungen, bestimmt würde mich deine Begeisterung mitreißen….
    Das Rezept ist wieder genial, ich werde es ausdrucken und mir an den Kühlschrank pinnen, yes sofort nach der Diät, mach ich das, ich liebe Zitronen und das klingt easy und auch Blondinnensicher ;-) danke schön und einen superschönen Sonntag
    alles Liebe vom Reserl

  • Reply
    Sandra Foltz
    18. Januar 2015 at 10:55

    Lieber Markus,
    Theaterbesuche begleiten mich schon mein ganzes Leben. Die besondere Stimmung in den Weihnachtsmärchen, der für mich irgendwie spezielle Geruch des Theaters, die besondere Stimmung. Als ich dann 10 war zogen wir auf’s Land und mein Vater schenkte meiner Mutter ein Premierenabo gegen Heimweh. Und oft durfte ich mit.Sei es ins Schauspiel oder in Opern,Musikals und Operetten. Immer als Überraschungspaket

  • Reply
    Caro
    18. Januar 2015 at 12:01

    Was gibt es schöneres, als jeden Tag die Dinge tun zu dürfen, die man am Liebsten tut, wer möchte das nicht. Ich liebe es, wenn Menschen so über ihren Beruf reden. Ganz offensichtlich hast du also alles richtig gemacht, Markus :)

    Liebe Grüße, Caro

  • Reply
    Miri
    18. Januar 2015 at 17:50

    Lieber Markus,

    ich finde es wunderschön, mit welcher Begeisterung du von deinem Beruf schreibst. Genau so soll es sein! Schön, dass du beide Leidenschaften beibehältst. Es wäre schon sehr schade, wenn es von dir keinen Nachschub von den tollen Leckereien gibt. Die Zitronen-Käseküchlein klingen so lecker. Die sie genau mein Ding! Und wieder mal so hübsch fotografiert. Sehr schön :)

    Lieber Gruß,
    Miri

  • Reply
    danielas foodblog
    18. Januar 2015 at 19:47

    Hallo Markus,

    dein Theaterleben habe ich schon bei Instagram gesehen. Ich finde es toll und gehe selbst auch gern ins Theater. Ich selbst habe das letzt mal in der Grundschule auf der Bühne gestanden, dafür später aber das ein oder andere Mal im Rahmen einer Ballettaufführung. Ich kann mir vorstellen, dass man (im positiven Sinne) süchtig nach Bühnenluft wird. :)

    Achja, und deine Zitronen Cheesecake sehen einfach ganz wunderbar aus.

    Liebe Grüße,
    Daniela

  • Reply
    Belinda
    18. Januar 2015 at 22:43

    Hallo Markus,

    ich finde es toll, dass du zwei so große Leidenschaften hast. Dein Bericht über deine Arbeit am Theater hat mich dazu gebracht, dass ich denke ich muss unbedingt mal wieder ins Theater, denn da war ich schon viel zu lange nicht mehr. Dein Rezept ist wie immer klasse. Muss ich unbedingt ausprobieren wenn ich mich wieder auf deutschem Boden befinde. Denn das Backen in Hostels gestaltet sich eher als schwierig.

    Liebe Grüße aus Neuseeland
    Belinda

  • Reply
    Ellen
    19. Januar 2015 at 21:25

    Lieber Backbube, vielen Dank für deine Homage an das Theater. Mein schönstes Theatererlebnis: Eigentlich kann ich mich nicht entscheiden, aber … ja … Dich, als ich -glaube ich acht Jahre alt war- holte ich mir ein Autogramm vom Sams. Ich war mächtig beeindruckt von den Schauspielern und hätte mich das niemals selbst getraut. Doch vor ein paar Jahren wurde ich eines besseren belehrt und nun führe ich kostümiert durch mein Heimatstädtle … Und es ist schon zu erleben, wie man die Menschen begeistern und mitreißen kann. Am Schönsten ist es wirkkich, Kinder zu faszinieren. Weiterhin viel Spaß bei deinen Berufungen.

  • Reply
    Sarah
    19. Januar 2015 at 21:56

    Ich war mit ein paar Kindern aus meinem Kindergarten vor ca. 1 Jahr im Theater. Wir haben da ein Stück gesehen von dem ich ganz und gar hingerissen war und es am liebsten gleich nochmal gesehen hätte! ;)
    Dein Text war übrigens ganz toll zu lesen. Man spürt in jedem Wort deine Leidenschaft für das was du tust! Finde ich super!
    Liebe Grüße,Sarah

  • Reply
    Ines
    20. Januar 2015 at 16:25

    Lieber Markus,

    stellvertretend für alle Theaterschauspieler einfach mal danke! Ich gehe gern ins Theater und habe im Konstanzer Stadttheater ein Abo, weil ich gern hingeh und finde, dass man das Theater unterstützen muss. Ich kann nicht verstehen, wenn die Leute rummotzen, dass es da so teuer ist aber ohne mit der Wimper zu zucken, 10€ und mehr fürs Kino ausgeben (ich geh übrigens auch gern ins Kino, aber Theater ist einfach was anderes). Meine Mama ist regelmäßig mit mir und meinem Bruder ins Theater gegangen, z. B. ins Weihnachtsmärchen. Theater ist großartig, weil man seine eigene Phantasie benutzen darf. Ich bin immer noch jedesmal aufs Neue gespannt, was gespielt wird.
    Ich hab übrigens einen ähnlich „brotlosen“ Job, ich bin Kunsthistorikerin. Aber ich liebe meinen Job genauso wie meinen (noch recht neuen) Blog und finde es toll, wenn man das machen kann, was einem Spaß macht.
    LG Ines

  • Reply
    el-fee
    23. Januar 2015 at 19:06

    Hallo Backbube,
    wir haben heute diese kleinen Käsekuchen nachgebacken, allerdings nur die halbe Menge. Ich hatte Bedenken, weil in der Käsemasse weder Mehl noch Gries oder sonstwas drin ist, was die Masse verfestigt. „Das kann doch gar nicht klappen!“ dachte ich. Und das Oberteil der Küchlein ist wirklich sehr „matschig“. Ist das bei dir auch so gewesen? Oder haben wir zu kurz gebacken? 25 Minuten bei 160° Umluft, und sie wurden obendrauf auch schon bräunlich. Der Geschmack ist frisch-säuerlich, aber das Handling sehr schwierig.
    Die El-fee

    • Reply
      backbube
      24. Januar 2015 at 21:10

      Hallo El-Fee,

      ich finde, dass das Rezept mit zu den einfachsten zählt, die hier auf dem Blog sind. Bei mir wurde da auch nichts matschig. Normalerweise gibt das Ei die Stabilität.
      Ich hab es ganz normal auf mittlerer Schiene gebacken. Was hast du denn für eine Sahne verwendet? Je höher der Fettanteil, umso besser.Auf welcher Schiene hast du es denn gebacken?

      Gruß,
      Markus

  • Reply
    el-fee
    25. Januar 2015 at 17:42

    Hallo Markus,

    ich habe real Bio-Sahne genommen (ich glaube, die ist fetter als nicht-Bio) und auf der 2.untersten Schiene gebacken, also kurz unter Mitte. Und nach meinen bisherigen Erfahrungen hält der Ofen die Temperatur wirklich gut.
    Und wirklich saftig und frisch sind die Küchlein ja auch, eben nur zu saftig.

    Gruß
    el-fee

  • Reply
    Katrin
    2. Februar 2015 at 16:01

    Hallo, ich bin ein großer Fan dieser tollen Homepage
    Gestern habe ich nun die Zitronentörtchen gebacken
    Sind superlecker geworden, werde ich bestimmt ma wieder
    machen.Geht super schnell und ist bestimmt auch ein
    “ Gäste-Glücklichmacher “
    liebe Grüße
    Katrin

    • Reply
      backbube
      3. Februar 2015 at 13:56

      Hallo Katrin,

      es freut mich, dass du das Rezept ausprobiert hast und dir die kleinen Leckerbissen geschmeckt haben.
      Sie sind definitiv ein „Gäste-Glücklichmacher“, aber auch eine tolle „Ich-überrasche-meine-Kollegen-Möglichkeit“ oder ein super „Geburtstags-Überraschungs-Geschenk“.

      Möge der Schneebesen mit dir sein.
      Markus

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