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„The stars behind the stars“ – Teil 5: Björn vom Blog „Herzfutter“ hat für euch eine mörderisch gute Fleischpastete aus „Sweeney Todd“ gebacken

Sie sind rar gesät, und doch gibt es sie: männliche Foodblogger. Und einer davon ist Björn mit seinem tollen Blog Herzfutter. Der Blog strotzt nur so von aufregend leckeren Rezepten – Gebackenes und Gekochtes findet ihr dort genauso, wie leckeres Eis oder tolle Berichte von Veranstaltungen. Vor einiger Zeit habe ich ihn in Berlin getroffen und habe mit ihm zusammen am Streetfood Thursday die Markthalle unsicher gemacht. Ich freue mich, dass Björn nun auch Teil von „The stars behind the stars“ ist und euch etwas mörderisch Gutes gezaubert hat. Viel Spaß damit:

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★ FLEISCHPASTETEN von HERZFUTTER ★

Einen schaurig schönen Tag euch allen,

ich bin Björn von Herzfutter und freue mich sehr heute beim Backbuben zu Gast sein zu dürfen. Vielen Dank nochmal für die Einladung, Markus.

Ich war sofort begeistert, als ich das Thema für dieses Blogevent gehört habe. Die Filmwelt bietet wirklich so viele Leckereien und da ist es doch wunderbar, dass wenigstens ein paar dieser Leckereien nun ihren ganz eigenen, großen Auftritt haben. Zuerst wusste ich so gar nicht, welchen Film und welche Köstlichkeit ich nachkochen soll. Zu viele Möglichkeiten! Eigentlich lag etwas aus „Julie & Julia“ nahe, schließlich ist dieser Film eine der Ursachen für meinen Blog – aber das wäre dann doch etwas zu langweilig und naheliegend. Schließlich fiel mir ein Film ein: Das Dreamteam Tim Burton und Johnny Depp, dazu noch die bezaubernde Helena Bonham Carter und eine schaurig schöne Geschichte im düsteren London des 19. Jahrhunderts. Die perfekte Mischung! Heraus kam 2007 ein grandioser Film namens „Sweeney Todd – Der teuflische Barbier aus der Fleet Street“. Ein wunderbares Meisterstück der Filmgeschichte mit wunderschönen, aber auch teilweise sehr traurigen und sehr makabren Liedern und Szenen. Lieder zum Mitträllern – hier schreibt übrigens ein ganz großer Musical-Fan, ja, ich oute mich! Tim-Burton-Fan, Johnny-Depp-Fan und noch Musical-Fan. Jetzt ist alles raus!

Fleischpastete_Sweeney_Todd_Herzfutter_05

Auf meiner DVD-Hülle ist der Film sehr treffend auf den Punkt gebracht: „Blutige Geheimnisse, Romanzen, rabenschwarze Komik, rauschende Musik und überwältigende Optik.“

Und bei diesem Film ist ein gewisses Gericht gar nicht mal so im Hintergrund: Mrs. Lovetts Fleischpasteten. Am Anfang des Filmes waren sie noch ungenießbar:

„Vertrauen sie mir, mein Lieber. Da reicht ein Bier nicht aus, um den Geschmack wieder rauszukriegen…“. 

Aber dann mit etwas leckerem Menschenfleisch kam die ganze Stadt herbeigerannt.

„In der Fleet Street, […] meinem Fleischpasteten-Imperium!“

Und genau darum, musste ich diesen Fleischpasteten einen Blogbeitrag widmen. Ein bisschen Fleischpasteten-Imperium für zu Hause. Kein Wunder also, dass die Nachbarn um unser Haus standen und laut sangen:

„Rauch, Rauch. Zeichen des Teufels, Zeichen des Teufels. Stadt in Flammen. Hexe, Hexe. Riechen sie Sir, ein böser Geruch, jede Nacht an Vespers Glocke! Rauch, der aus dem Mund der Hölle kommt. Stadt in Flammen. Stadt in Flammen. Unheil, Unheil, Unheil!“

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Nagut, Spaß beiseite, natürlich bin ich kein Kannibale und die Berliner Bevölkerung ist nicht meinem Rasiermesser zum Opfer gefallen! Ich habe es auch ganz ohne Menschenfleisch geschafft – ja, man mag es kaum glauben – dass die Fleischpastete so lecker geworden ist, dass vermutlich ganz London zu mir gekommen wäre, hätten die Leute das gewusst! Aber zum Glück wusste das keiner, außer meinem Liebsten, und so haben wir die Fleischpastete ganz heimlich schwupps-di-wupps wegschnabuliert. Wenn schon kein Menschenfleisch in der Pastete war, dann war sie wenigstens sonst sehr authentisch. Das Rezept stammt nämlich aus einem englischen Kochbuch und so kam auch Original Worcestersauce in die Pastete. Very british, you know? Aber wer mich kennt, einfach 1 zu 1 nachkochen ist nicht mein Fall. Noch ein bisschen hiervon, noch ein bisschen davon und fertig ist „the best meat pie of town…“.

Einen Nachteil hat das Rezept aber dann doch: Akute Suchtgefahr. Da hilft dann auch nicht mehr der Arzt oder Apotheker. Aber wie sagte schon Mr. Todd?

„Dies sind verzweifelte Zeiten, Mrs. Lovett, die nach verzweifelten Maßnahmen verlangen.“

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Zutaten (Teig)

  • 250 g Mehl
  • 150 g Butter
  • 1 Eigelb
  • 3 EL Wasser
  • 1 Eigelb + etwas Milch zum Bestreichen

Zutaten (Füllung)

  • 1 kg Rindernacken oder -keule gewürfelt (Rindergulasch)
  • 1 große Zwiebel
  • 1 große Möhre
  • 2 Knoblauchzehen
  • 2 EL Mehl
  • 250 ml Rinderbrühe
  • 1 EL Worcestersauce
  • 3 EL Tomatenmark
  • 1 TL Thymian
  • 1/2 TL Minze
  • 3 TL Petersilie
  • Salz
  • Pfeffer

 

Zubereitung

Für den Teig das Mehl mit der Butter verkneten. Das Eigelb und das Wasser hinzugeben, weiterkneten. Das geht am besten mit den Händen. Sollte der Teig zu trocken sein, gebt noch etwas Wasser hinzu. Nach dem Kneten sollte ein geschmeidiger Mürbeteig vor euch liegen. Wickelt diesen Teig in Frischhaltefolie und stellt ihn für mindestens 30 Minuten kalt.

Die Zwiebel, Möhre und die Knoblauchzehen sehr klein würfeln bzw. hacken. Das kleingehackte Gemüse in etwas Öl anbraten und anschließend das Fleisch hinzugeben. Wenn das Fleisch von allen Seiten schön braun ist, kommt das Mehl hinzu und die Masse wird ungefähr 1 Minute lang gegart. Jetzt die Pfanne oder den Topf vom Herd nehmen und die Brühe einrühren, bis das Mehl sich komplett aufgelöst hat. Mit der Worcestersauce, dem Tomatenmark und den Gewürzen abschmecken. Jetzt kommt der Teil, bei dem ihr geduldig sein müsst, aber es wird sich auszahlen: Die Fleischmischung muss bei sehr geringer Hitze und zugedeckt 1 1/2 bis 2 Stunden köcheln, bis das Fleisch komplett gar ist. In den letzten 15 bis 30 Minuten den Deckel abnehmen und die Brühe etwas einkochen lassen. Nun muss die Masse erst einmal abkühlen.

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Den Backofen auf 200°C vorheizen und den Teig vorbereiten. Teilt ihn in zwei Portionen, rollt die eine Hälfte auf Backpapier zu einer runden Form mit einem Durchmesser von ca. 23 cm aus und legt damit eine feuerfeste Form aus (Boden + Wände) – eine ganz normale Springform hat bei mir sehr gute Dienste geleistet. Nun füllt ihr die Fleischmasse in die Form. Jetzt wird die zweite Hälfte des Teiges ausgerollt und kommt als Deckel auf die Fleischmasse. Drückt die Ränder etwas an. Nun stecht ihr noch ein paar kleine Löcher mit einem Zahnstocher oder ähnlichem in den Deckel (dann kann der Dampf besser entweichen). Zum Schluss verrührt ihr 1 Eigelb mit etwas Milch (1 EL) und bestreicht damit die Pie. Ab in den Ofen damit und nach 20-30 Minuten sagt ihr hallo zur besten Fleischpastete der Stadt – Mrs. Lovett wäre äußerst stolz auf euch!

Viel Spaß und Hunger beim Nachmachen und bis vielleicht bald! :)

Björn

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Hui ist das nicht ein schaurig schönes Rezept? Danke lieber Björn, dass du diese tolle Fleischpastete auf den Tisch gestellt hast. Ich hätte jetzt auch gern ein Stück davon. Ich freu mich sehr, dass du mitgemacht hast und dass ich nun endlich jemanden kenne, der den Film genau so genial findet, wie ich. Vielleicht liegt es daran, dass auch ich „Tim-Burton-Fan, Johnny-Depp-Fan und noch Musical-Fan“ bin. So jetzt isses raus. Ich hoffe, dass auch euch dieses Rezept gefällt und dass ihr das Rezept schon bald euren Gästen serviert – ohne Rasiermesser hoffe ich *hihi*. Und jetzt noch ein Tipp für den nächsten Beitrag: „Ist ein Arzt anwesend?“

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

 

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3 Comments

  • Reply
    Barbara
    15. Mai 2014 at 18:34

    wunderbares Rezept. Ich liebe das Musical ebenfalls und kenne daher nicht nur den Film, sondern durfte es auch einmal in London in wunderbarer Besetzung sehen. Die Pastete werde ich zeitnah nachbacken – glücklicherweise hast du auf das Menschenfleisch und die abehackten Finger verzichtet.

  • Reply
    Kristin
    19. Mai 2014 at 20:10

    Die Füllung zu der Pastete köchelt grade auf meinem Herd….genascht hab ich schon und sie schmeckt umwerfend! Freue mich schon riesig auf das Endergebnis.

    • Reply
      backbube
      21. Mai 2014 at 16:10

      Oh sag mir auf jeden Fall, wies geschmeckt hat

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