Süße Kleinigkeiten

Post aus meiner Küche: Kindheitserinnerung Teil 2 – Scheiterhaufen

Post aus meiner Küche - Scheiterhaufen

Hier ist Teil 2 meines Paketes von „Post aus meiner Küche“. Ich habe lange überlegt, was ich alles mit ins Päckchen packen könnte, denn die meisten meiner Kindheitserinnerungen sind entweder flüssig oder mit Sahne. Schneewittchentorte, Erdbeersahnetorte, Heiße Schokolade oder Sanostol. Kennt ihr das noch? Sa-nos-tol. Ich hab die Melodie der Werbung noch immer im Kopf. Und den Geschmack. Ich hätte die Flasche am liebsten immer komplett ausgetrunken. Zum Glück gab es Nimm2-Bonbons. Denn die orange-farbenen schmecken meiner Meinung nach genau wie Sanostol.

Post aus meiner Küche - Scheiterhaufen

Aber das war nicht im Paket. Sondern eine Süßspeise, die man hier im Schwabenland „Ofaschlupfa“ nennt – hochdeutsch wäre das dann Ofenschlupfer oder eben Scheiterhaufen. Das ist eine klassische schwäbische Süßspeise. Man nimmt alte Brötchen, schneidet sie in Scheiben und weicht sie in Eiermilch auf, dann schichtet man diese Brötchen mit dünnen Apfelscheiben dazwischen in eine Auflaufform, bestreut es mit Mandeln und überbackt das ganze im Ofen (schwäbisch: Ofa). Und dann genießt man es mit Vanillesoße. Ich habe mich für Post aus meiner Küche für eine Version mit Birnen und Preiselbeeren entschieden. Und da man keine Auflaufform verschicken kann, gabs das ganze in Schraubgläsern.

 

Scheiterhaufen mit Birnen und Preiselbeeren

Zutaten: (für 8 Gläser á 300 ml)

  • 6 altbackene Brötchen
  • 500 ml Milch
  • Salz
  • 50 g Honig
  • 1 Päckchen Vanillezucker
  • 3 Eier (M)
  • 3 Birnen
  • 150 g Preiselbeermarmelade
  • 8 EL gehackte Mandeln
  • etwas Butter

 

Zubereitung:

Schritt 1: Die Gläser mit etwas Butter einfetten. Brötchen in ca. 1cm dicke Scheiben schneiden. Milch, 1 Prise Salz, Honig, Vanillezucker und Eier verquirlen. Die Hälfte davon über die Brotscheiben träufeln. Birnen waschen, vierteln, entkernen. Quer in dünne Scheiben schneiden.

Schritt 2: Gläser halbvoll schichten: Mit einer Lage Brötchen beginnen, dann ein paar Birnenscheiben & ein Kleks Preiselbeeren drauf & wieder mit Brötchen weiter machen. Die letzte Schicht sollten ebenfalls Brötchen sein. Übrige Eiermilch darübergießen und mit gehackten Mandeln bestreuen. Im Backofen auf der mittleren Schiene bei 180° Umluft (nicht vorgeheizt!!) ca. 30 Min. backen.

Schritt 3: Nach 20 Minuten Backzeit die Schraubdeckel im Ofen mit erhitzen. Gläser und Deckel herausnehmen (ACHTUNG: heiß!!!) und die Gläschen sofort verschließen.

Post aus meiner Küche - Scheiterhaufen

Wenn ihr sie dunkel lagert, sind die Scheiterhaufen viele Monate haltbar (wenn sie überhaupt so lange überleben) Ihr könnt sie kalt genießen oder nochmal erwärmen. Und die Vanillesoße darf natürlich nicht fehlen. Lecker. Das mit den Gläsern war eine ganz praktische Version fürs PAMK-Päckchen. Ihr könnt das ganze aber auch in eine gebutterte Auflaufform schichten, dann ganz oben drauf Mandelblättchen statt gehackten Mandeln streuen und mit Butterflocken bedecken. Dann wird die oberste Schicht im Ofen schön knusprig. Lasst es euch schmecken – oder schwäbisch: Lassts euch schmegga.

Ich gönn mir jetzt noch ein Schlückchen Sanostol und wünsche euch eine schöne Rest-Woche.

May the whisk be with you,

Euer Backbube

 

 

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8 Comments

  • Reply
    silvia
    5. April 2013 at 09:55

    Hallo Markus,

    oh, jaaaa, das ist (fast) auch eine Kindheitserinnerung für mich. Bei uns gabs immer „Kipferl-Schmoarrn“ (wie man das so sagt bei uns in Österreich ;-) – mit alten Kipferln oder Striezel. Den hat Mama immer gemacht. Da fällt mir grad auf, dass ich das noch nie selbst probiert hab. Deine Gläser-Variante gefällt mir sehr gut – hab ich gleich geistig notiert ;-)

    Liebe Grüße schickt Dir
    silvia

  • Reply
    nic
    5. April 2013 at 11:36

    Hier nennen sie das „Bread&Butter Pudding“.
    ♥nic

  • Reply
    die-kleine-traumfabrik
    5. April 2013 at 11:41

    Ein super Rezept und sieht in den Weckgläsern so toll aus. Dann noch so liebevoll verpackt, sensationell :-)). Das werde ich in Kürze auch mal ausprobieren. LG Astrid

  • Reply
    Jutta von Kreativfieber
    5. April 2013 at 13:26

    Wie beim letztens Post erwähnt, ich kannte gar keine Scheiterhaufen aber dass ich sie nachbacke ist ja wohl sowas von klar! Das klingt sooo lecker!
    Liebe Grüsse und ein tolles Wochenende, Jutta

  • Reply
    Sabrina
    5. April 2013 at 21:41

    Also Ofaschlupfa war nie so ganz mein Ding, obwohl meine Mama die zur Perfektion beherrscht. Aber Sanostol! Jaaaa! Gibt’s das eigentlich überhaupt noch? In meiner Kindheit gab es da noch einen Riesen-Hype drum, aber irgendwann war das auch vorbei…

  • Reply
    groschenroman
    8. April 2013 at 07:28

    Du wirst es nicht glauben, aber Sanostol gibt es auch heute noch. Auch mit fröhlichen, gesunden Menschen auf dem Etikett. Der Vorläufer von Sanostol hieß glaube ich Aktivanat oder so ähnlich, und es schmeckt zum Davonlaufen.

    • Reply
      Sabrina
      8. April 2013 at 21:37

      Na, da muss ich doch direkt mal danach Ausschau halten… :)

  • Reply
    Anja
    8. April 2013 at 18:18

    Als großes Schwabenkind kenn ich das aus meiner Kindheit nur zu gut :-)
    Alles Liebe vom Bodensee,
    Anja
    http://www.glueckseeligkeit.blogspot.de

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