Neulich lief ich durch den Park vor meiner Haustür und kam an einem Spielplatz vorbei. “Mama schau mal, ich habe einen Sandkuchen gebacken” rief ein kleines Kind und noch ehe seiner Mutter es verhindern konnte, biss das Kind ein großes Stück davon ab bzw. beförderte es mit Hilfe einer kleinen giftgrünen Schaufel in den Mund. “Ach Schatz, einen Sandkuchen kann man doch nicht essen!” rief die Mutter. Ich schmunzelte und dachte nur “Wer sagt denn, dass man Sandkuchen nicht essen kann?” Er schmeckt doch herrlich. Und darum gibt’s für euch heute ein tolles Rezept für einen Sandkuchen – ohne echten Sand – versprochen.
Sandkuchen
Zutaten:
- 225 weiche Butter
- 200 g Zucker
- Saft & fein abgeriebene Schale einer Bio-Zitrone (oder Orange)
- 3 Eier (M)
- 350 g Mehl
- 2 Tl Backpulver
- 1/4 Tl Salz
- 3 EL brauner Zucker
Zubereitung:
Schritt 1: Ofen auf 170 Grad vorheizen (Ober-/Unterhitze). Einen Bogen Backpapier ganz klein zusammenknüllen. Wieder öffnen und eine gefettete Kastenform damit auslegen.
Schritt 2: Butter, Zucker & Zitronenschale schaumig schlagen. Jedes Ei einzeln unter die Masse rühren. In einer separaten Schüssel Mehl, Backpulver & Salz vermischen und mit einem Holzkochlöffel so lange unter den Teig rühren, bis dieser sich zu einer glatten Masse verbunden hat.
Schritt 3: Zitronensaft hinzugeben und gut verrühren. (Nach Wunsch kann man dem Teig dann noch entweder 1 TL Zimt, 1 TL gemahlenen Cardamom, das Mark einer Vanilleschote, 1 TL gemahlenen Anis oder sogar 1 EL Kümmel zugeben)
Schritt 4: Teig in die Kastenform füllen und mit dem braunen Zucker bestreuen. Dann 1 Stunde backen. Herausnehmen und in der Form vollständig abkühlen lassen.
Der Kuchen schmeckt besonders gut zu einer heißen Tasse Tee. Wenn ihr ihn mit Kümmel oder Cardamom verfeinert, passt er auch hervorragend zu einem Glas Rotwein oder sogar zu Bier. Probiert den Kuchen einfach mal in verschiedenen Geschmacksrichtungen aus. Das Grundrezept eignet sich hervorragend zum Variieren. In England nennt man diesen Kuchen übrigens Madeira Cake und dort wird er häufig zur Tea Time oder eben zu einem Glas Madeira genossen.
Ich werde ab sofort jede Woche einmal durch den Park spazieren gehen und wer weiß, vielleicht bekomme ich ja nochmal ein paar tolle Ideen. Baumkuchen vielleicht, oder Gänseblümchentorte?
Das Thema “Sand” passt übrigens gerade nicht nur zu diesem Kuchen, sondern auch zu meinem gestrigen Erlebnis. Eigentlich wollte ich nämlich das Wochenende im Allgäu verbringen und den Laden meiner Eltern hüten, so lange sie bei 30 Grad in Griechenland am Strand liegen, aber das Wetter war grausam. Kein Mensch traute sich ins Glasmacherdorf. Verständlicherweise. Monsunregen ist ein Witz gegen die Wassermassen, die gestern von Himmel fielen. Also beschloss ich den Heimweg anzutreten und zum Glück entschied ich mich rechtzeitg dazu. Auf dem Rückweg wurden nämlich im nächsten Ort bereits Sandsäcke aufgetürmt, denn der kleine Bach, der sonst ziemlich gemütlich an Schmidsfelden vorbeifließt, war zu einem Sturzbach mutiert und trat an manchen Stellen schon über das Ufer und setzte komplette Straßen unter Wasser. Ein paar Stunden später wär ich sicher festgesessen.
Ich hab euch mal zum Vergleich ein Bild von gestern und von Juni 2012 hinzugefügt. Das auf dem linken Bild im Hintergrund ist die Brücke, von der aus ich gestern das rechte Bild geschossen habe. Als kleiner Hinweiß: Ich bin 1,86 cm groß, d.h. das Wasser war gestern mindestens 1,5 Meter höher als sonst. Gruselig. Das Wetter beachten wir erst gar nicht.
May the whisk be with you,
Euer Backube










































