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Eine Überraschung in Pastell – Meine ersten Macarons

Ich habe ja schon viel ausprobiert, aber vor Macarons hatte ich ehrlich gesagt immer Angst. Viel hab ich gelesen von misslungenen Versuchen, der aufwändigen Vorbereitung, gerissenen Oberflächen und und und. Aber ich musste mich einfach daran versuchen, denn spätestens seit meinem ersten Frankreichbesuch vor vielen Jahren, liebe ich diese kleinen Köstlichkeiten. Damals betrat ich in einem malerischen kleinen Dörfchen names Honfleur eine Pâtisserie, wie man sie sich in seinen schönsten Träumen vorstellt. Und dort habe ich die besten Macarons gegessen, die es wohl auf diesem Planeten gibt. Und seither bin ich ihnen verfallen. Der Preis hat für mich nie eine Rolle gespielt, denn der Genuss ist unvergleichlich. Und wenn man weiß, welche Arbeit hinter den bunten Dingern steckt, dann zahlt man auch gern mal ein paar Euronen mehr dafür. Und nun liegen sie tatsächlich vor mir: Meine ersten, eigenen, selbstgemachten Macarons.

Macarons Titelbild

Das Rezept habe ich aus 2 verschiedenen Rezepten kombiniert, und wenn man alles richtig macht, ist es absolut gelingsicher. Bei meinem ersten Versuch vor einigen Tagen misslangen sie dennoch, aber dazu später mehr. Jetzt erstmal das besagte Rezept:

Macarons (ein Mix aus diesem & diesem Rezept)

Zutaten: (für ca. 26 Schalen) BITTE GENAU EINHALTEN

  • 36 g gemahlene Mandeln
  • 66 g Puderzucker
  • 30 g Eiweiß (1 Ei)
  • 10 g Kristallzucker
  • 1 Prise Salz
  • 1 Messerspitze Lebensmittelpaste (Reiskorngröße)
  • 24 g Sahne (für die Ganache)
  • 100 g weiße Schokolade (ebenfalls für die Ganache)

 

Zauberhafte Macarons - Eindrücke

Schritt 1: Gemahlene Mandeln und Puderzucker im Mixer sehr fein mixen und durch ein feinporiges Sieb in eine Schüssel sieben. Das Pulver muss sehr fein sein und darf keine großen Stückchen mehr enthalten. Es sollte aussehen wie ganz feines Mehl.

Schritt 2: Eiweiß mit Salz steif schlagen, wenn es fast steif ist, langsam den Zucker einrieseln lassen. Das Eiweiß so lange schlagen, bis ein Messerschnitt im Eischnee erkennbar bleibt. Dann je nach gewünschter Intensität ein wenig Farbpaste mit unter den Eischnee rühren. (Pastenfarben eignen sich meiner Erfahrung nach am besten für Macarons)

Schritt 3: Die Mandel-Puderzucker-Mischung vorsichtig auf 3 Teile unter den Eischnee heben. Es sollte ein glatter, glänzender Teig entstehen, der schwer vom Löffel läuft.

Schritt 4: Ein Backblech mit Backpapier belegen. (Nehmt dazu erst das Backpapier und dreht es um, macht mit der Macaronmasse in alle 4 Ecken einen kleinen Klecks und “klebt” das Papier auf das Backblech) Die Macaronmasse in einen Spritzbeutel füllen und ca. 2-3 cm große Kreise auf das Backpapier setzen. Wenn die Kreise nicht verlaufen, dann ist der Teig perfekt. Anschließend mehrmals von unten gegen das Blech klopfen um die Luft aus den Macarons zu entfernen. Dann das Blech 1 Stunde stehen lassen. (Somit trocknen die Macarons und bekommen später ihre charakteristische Kruste.)

Schritt 5: Den Backofen auf 140 Grad Umluft vorheizen und die Macarons 13-15 Minuten backen. Nach ca. 5 Minuten sollten sich die typischen “Füßchen” bilden. (Achtet gegen Ende der Backzeit darauf, dass die Macarons nicht braun werden.) Nehmt das Blech aus dem Ofen und zieht die Macarons mit dem Backpapier vom Blech und lasst sie vollständig auskühlen. Dann solltet ihr sie 24 Stunden in einer luftdicht verschlossenen Box im Kühlschrank lagern, bevor ihr sie weiterverarbeitet. Das müsst ihr aber nur machen, wenn ihr viel Zeit habt und sie vorbereiten wollt. Ansonsten gehts auch sofort nach dem Abkühlen.

Zauberhafte Macarons

Dieses Rezept ist, wenn ihr euch an die genauen Gramm-Angaben haltet, wirklich zu 100% erfolgreich. Verliert auf keinen Fall die Geduld oder den Mut, wenn etwas nicht klappt. Mein erster Versuch ging gründlich schief, da das Farbpulver, das ich benutzt hatte statt rot orange wurde und überhaupt nicht geschmacksneutral war, obwohl das auf der Packung angegeben war. Ich denke, dass das Pulver auch Auswirkungen auf die Konsistenz hatte, denn meine ersten Macarons sind leider verlaufen. Doch Versuch 2 war schon vielversprechender. Leider hab ich sie zu lang im Ofen gelassen und sie wurden etwas braun am Rand. Und beim dritten Mal wurden sie wunderschön.

Ich glaube ich habe den Dreh jetzt raus. Lasst euch von Fehlversuchen keinesfalls entmutigen. Es lohnt sich, dranzubleiben und Geduld zu bewahren. Sie sehen einfach zauberhaft aus und schmecken fantastisch.

Macarons Verpackung

Oops…. jetzt hätte ich fast die Ganache vergessen, die zwischen die 2 Häften kommt. Dabei sind eurer Fantasie natürlich keine Grenzen gesetzt. Ihr könnt Buttercreme benutzen, Marmelade oder folgende Ganache: Erwärmt einfach 24 g Sahne und vermischt sie mit ganz fein gehobelter weißer Schokolade. Dann spritzt ihr die Creme auf eine Hälfte und drückt die andere Hälfte vorsichtig darauf.

Verpackt das Ganze hübsch und schon hab ihr ein wundervolles Geschenk. Oder ihr legt sie auf eine schöne gläserne Etagere, und überrascht damit eure Freunde beim Kaffeeklatsch. (Bezüglich der Etagere hab ich einen Tipp für euch: Wenn ihr einmal nach Ulm oder Kempten kommen solltet, dann stöbert auf jeden Fall im Modehaus Reischmann durch die “Living Reischmann”-Abteilung. Ein Schlaraffenland für jeden Deko-Liebhaber)

Ich wünsche euch einen zauberhaften Sonntag, viel Glück für eure ersten Macarons and may the whisk be with you,

Euer Backbube

 

 

 

Eine Geburtstagsüberraschung & ein großer Fehler

Ach, es gibt Dinge die einem so ganz nebenbei passieren und erst wenn es zu spät ist, bemerkt man was man getan hat. Das kennt ihr bestimmt auch. Dinge, die einen dazu bringen die Hände über dem Kopf zusammenzuschlagen und Sachen zu rufen wie: “So ein Sch***”. Oder Dinge, die einen dazu verleiten, das nächstliegende Blatt Papier zu nehmen und in tausend Stückchen zu zerfetzen (Entschuldigung, ich meinte natürlich “zu zerteilen”) Und mir ist genau so etwas passiert. Ich habe gestern Fotos von meiner neuen Wohnung gemacht und vorher alle Bilder von der Kamera gelöscht. Blöderweise waren da Fotos drauf, die ich noch nicht auf den PC übertragen hatte. Aber ich dachte, ich hätte es schon getan. Als ich jetzt gerade diesen Beitrag beginnen wollte, habe ich den Ordner “Geburtstagsüberraschung” geöffnet und es waren nur 2 Bilder enthalten. Ein Originalbild und nochmals das gleiche, das ich bearbeitet hatte. HILFEEEE!!!!! Das schlimmste was passieren kann. Man macht aufwendige Bilder von seinem Backwerk, öffnet den Ordner und nichts ist mehr da!!! Wuahhhhh. Darum muss ich jetzt versuchen aus diesem einen Bild alles rauszuholen was ich rausholen kann.

Nachdem ich den Schock jetzt überwunden habe werde ich euch den eigentlichen Grund für diesen Beitrag nennen. Vor einigen Tagen hatte eine Schauspielkollegin von mir ihren 30.Geburtstag, und da fühlte ich mich geradezu verpflichtet, ihr etwas Leckeres mitzubringen. (Mit dem bearbeiteten Bild hier oben hab ich sie neugierig gemacht, das hab ich ihr geschickt) Ich habe mich dafür entschieden, einfach mal ein Rezept für einen typisch schwäbischen Kuchen zu nehmen und etwas umzustylen. Donauwellenkuchen. Mancherorts auch Schneewittchen-Schnitten genannt. Und diesen Kuchen hab ich einfach mal vom Blech entführt und in Cupcakeförmchen gepackt und die Butter-Pudding-Creme etwas eingefärbt und daraus kleine Donauwellen-Cupcakes gemacht.


Donauwellen-Cupcakes

Zutaten:

  • 3 Eier
  • 175 g Zucker
  • 175 ml Öl
  • 175 ml Milch + 1 EL Milch
  • 350 g Mehl
  • 2 gestrichene TL Backpulver
  • 1 EL Kakaopulver
  • 1 Glas Sauerkirschen, abgetropft
  • 1 Pck. Vanillepuddingpulver (für die Creme)
  • 400 ml Milch (für die Creme)
  • 2 EL Zucker (für die Creme)
  • 250 g weiche Butter (für die Creme)
  • 130 g Puderzucker (für die Creme)

Zubereitung:

Schritt 1: (könnt ihr bereits einen Tag vorher machen) Für die Creme: Das Puddingpulver mit 50 ml Milch & 2 EL Zucker anrühren und die restlichen 350 ml Milch aufkochen. Angemischtes Puddingpulver unterrühren, 1 Minute aufkochen und in eine Schale giessen. Direkt mit Frischhaltefolie abdecken. Dabei die Folie direkt auf die heiße Oberfläche des Puddings legen, das verhindert Hautbildung. Nun den Pudding vollständig abkühlen lassen (nicht im Kühlschrank).

Schritt 2: Den Ofen auf 160 Grad Umluft vorheizen. Eier mit Zucker dick-cremig aufschlagen und langsam das Öl zugießen. Mehl & Backpulver mischen und abwechselnd mit der Milch unter die Eiercreme rühren. Die Hälfte des Teiges in vorbereitete Cupcake-Cups geben. Den übrigen Teig mit Kakao und Milch verrühren und vorsichtig darüber streichen. Die Kirschen darauf verteilen, tief in den Teig drücken und im vorgeheizten Ofen ca. 25 min backen. (es kann passieren, dass die Kirschen beim Backen nach oben gedrückt werden, darum ist es wichtig, dass ihr sie bis ganz unten durchdrückt. So entsteht auch das Wellenmuster im Teig.) Aus dem Ofen nehmen und vollständig abkühlen lassen.

Schritt 3: Die weiche Butter mit dem Puderzucker verrühren, bis eine glatte Masse entsteht. Nun den zimmerwarmen Pudding löffelweise unterheben. Nicht zu viel Pudding auf einmal unterrühren, damit keine Bröckchen entstehen. Dann die Butter-Pudding-Creme mit Speisefarbe einfärben. Ich habe die Pastenfarbe “Grape Violet” von Sugarflair benutzt. Nur eine Messerspitze. Dann die Creme auf die Cupcakes auftragen.

Das Rezept für den Donauwellen-Teig habe ich übrigens von meinem Bruder, denn sein Donauwellenkuchen hat beim letzten Besuch bei unseren Eltern einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Und ich verstehe nun warum. Der Teig ist sagenhaft luftig und zart. Ein perfekter Boden für einen Cupcake. Die kleinen Küchlein kamen super an und haben einmal mehr ein Geburtstagskind glücklich gemacht. Und wenn meine Freunde glücklich sind, dann bin ich es auch. Ich fürchte, wenn ich eine Frau wäre, dann könnte man mich wohl am ehesten mit Bree van de Kamp vergleichen, die alle bebackt und immer einen Korb mit frischen Muffins, Cookies oder eine Torte dabei hat.

Da ich diesmal wie gesagt nicht so viele Fotos hatte, genauer gesagt nur EIN EINZIGES, werde ich diesen Beitrag noch ein bisschen dazu nutzen, etwas über mich zu erzählen.

Ist der Backbube eigentlich wirklich ein “Bube” oder doch eher eine Firma?

Diese Frage stand vor kurzem tatsächlich auf meiner Facebookseite. Beim Backbube handelt es sich natürlich nicht um eine FIRMA. Ich bin ein junger Mann (ja mit 28 darf ich das noch sagen und das werde ich auch mit 30 noch tun *hihi*) und bin hauptberuflich Schauspieler, und zwar bei diesem Theater. Ich liebe es zu backen und zu schreiben und darum habe ich mich vor einem halben Jahr dazu entschieden, den Blog Backbube zu starten. Vielleicht wird ja irgendwann mal eine Firma aus mir…. Eine Cupcake-Kette vielleicht. Wäre eine Überlegung wert. Ich möchte einfach Spaß haben mit meinem Blog, meine Leidenschaft mit all den tollen Leserinnen und Lesern, Bloggern und Gleichgesinnten teilen. Ich bin seit fast 8 Jahren in einer glücklichen Beziehung, reise & lese gerne (und zwar alles, außer Bestseller, bin eher ein Fan von unbekannteren Autoren) und liebe es mit meinen Freunden essen zu gehn. Wenn ihr Restauranttipps jeglicher Art für Ulm bleibt, dann seid ihr bei mir richtig. Das reicht erst mal für den Anfang, da war jetzt genug dabei, was euch neugierig machen könnte, oder?

May the whisk be with you,

Euer Backbube

“Ein Schiff wird kommen”……

…….mit diesem Satz habe ich meine gute Freundin Lea neugierig gemacht. Sie ist nicht nur eine gute Freundin, sondern auch noch eine tolle Schauspielkolllegin. Was haben wir nicht schon alles zusammen erlebt. Und jetzt heiratet sie am 4.August im weit entfernten Jever. Und da ich nicht dabei sein kann, lass ich mir es natürlich nicht nehmen, ihr eine kleine Leckerei zur Hochzeit zu schicken. Was sie wohl gedacht hat, als ich sie nach ihrer Adresse in Jever (wo sie ursprünglich her kommt und wo sie auch heiratet) gefragt habe? Und als ich dann eine SMS mit dem Text “Ein Schiff wird kommen…” geschrieben habe? Gemein von mir solche Andeutungen zu machen, und nichts konkretes zu verraten. *hihi* Aber was habe ich nur damit gemeint?

Nun, ich habe vor ein paar Wochen dieses Keramikschiff gekauft, das ich nun mit so allerlei Ladung in einem kleinen Paket in den Norden Deutschlands schicken werde. Mit an Bord sind neben einem Hochzeits-Quietscheentchenpaar auch selbstgemachte Baisers, die herrlich leicht violett eingefärbt über die Reeling spitzeln.

Zuerst wollte ich DAS HIER machen (habe aber leider keinen hellen Rübensirup gefunden), dann Cakepops, die mal wieder misslungen sind (wird Zeit dass ich das mal in einem Kurs lerne!!!) und schließlich gab eine Notfallanfrage auf meiner Facebookseite dann die perfekte Lösung: Baisers. Diese kleinen luftig-süßen Schaumhäubchen, die mir schon immer den Atem geraubt haben, obwohl sie so einfach herzustellen sind. HIER könnt ihr lesen, was ich mir in meinen kühnsten Träumen vorstelle, wenn ich an Baiser denke.

Und sind sie nicht wundervoll, diese kleinen Eiweiß-Zucker-Wolken, die durch den Backhimmel ziehen und deren Inneres mein Inneres zum Schmelzen bringt???

Es gibt doch nichts Schöneres, als jemanden zu beschenken, der gar nicht damit rechnet. Und dann das Strahlen in den Gesichtern zu sehn! (Lea und mich werden zum Zeitpunkt des Auspackens zwar 594,52 km Luftlinie trennen, aber ich kann mir vorstellen wie sie strahlen wird). Und da ich auch ein Verpackungsfan(atiker) bin, hab ich noch schnell ein paar Schleifchen besorgt, ein bisschen drumherum dekoriert und fertig ist die MS Hochzeit um aus dem Ulmer Hafen auszulaufen und in den Hafen der Ehe nach Jever zu schippern.
Hoffe sie kommt dort heil an und rammt unterwegs nicht irgendeinen Eisberg, denn gerade jetzt im Sommer ist der Eiskonsum ja gefährlich hoch.

Ahoi, ihr Backpiraten,

Euer Backbube