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Gewürzkuchen… ein Rezept von der weltbesten Mama

Auf der BLOGST in Hamburg wurde ich von vielen gefragt, warum ich als Mann angefangen habe zu backen? Nun, meine Mutter ist schuld! Meine Mutter hat früher sehr viel gebacken, Geburtstagskuchen, Weihnachtsplätzchen oder Deftiges zu Partys. Und auch heute backt sie noch viel. Und ich nun auch. Ich wurde sozusagen von ihr angesteckt. Ihre süßen Leckereien haben es mir immer ganz besonders angetan. Ich erinnere mich an die Schneewittchentorte, ihren traumhaften Donauwellenkuchen, die butterzarten Vanillekipferl zu Weihnachten oder meinen Favoriten – ihren Gewürzkuchen mit Zuckerguss.

Gewürzkuchen alla Mama - Leckerer Gewürzkuchen mit Zuckerguss

Und wenn der auf dem Tisch stand musste man mich zurückhalten, denn sonst wäre für die meisten Gäste nichts davon übrig geblieben. Ja, ich back nicht nur sehr gern, sondern ess auch sehr gern Kuchen. Neben dem Gewürzkuchen sollte man jegliche Art von Erdbeer- oder Zitronenkuchen, Donauwelle & Mandarinen-Schmand-Kuchen vor mir in Sicherheit bringen. Oder zur Absicherung lieber zwei davon auf den Tisch stellen. Oder den Kuchen mit so viel Rand wie möglich ausstatten (denn ich HASSE den Rand von Kuchen, besonders von Käsekuchen). Zum Glück hat es die Natur gut mit mir gemeint und all die Törtchen, Cupcakes, Kuchen und Muffins setzen nicht an. Und wenn doch mal die Kalorien nachts heimlich meine Kleidung enger nähen, hops ich ein paar Mal über die Bühne und weg sind die Pfündchen.

Gewüzkuchen alla Mama - leckerer Gewürzkuchen mit Zuckerguss nach einem Rezept meiner Mutter

Gewürzkuchen alla Mama (nach einem Rezept der weltbesten Mama)

Zutaten:

  • 125 g weiche Margarine
  • 300 g Zucker
  • 5 Eigelb
  • 5 Eiweiß
  • 300 g Mehl
  • 125 g Zartbitterschokolade, fein gehackt
  • 1 Msp. Zimt
  • 1 Msp. gemahlene Nelken
  • 2 EL Kakao
  • 250 ml Milch
  • 1 Pck. Backpulver

Zubereitung:

Schritt 1: Backofen auf 180 Grad vorheizen. Schokolade fein hacken (nicht zu fein, man soll die Stückchen noch im Teig sehen. Ihr könnt auch einfach Schokoraspeln aus dem Supermarkt verwenden). Mehl mit Backpulver mischen. Eiweiß steif schlagen. Alles beiseite stellen.

Schritt 2: Margarine, Zucker und Eigelbe verrühren bis eine gebundene Masse entsteht. Zimt, Nelken, Kakao und Schokolade unterrühren.

Schritt 3: Mehl-Backpulver-Gemisch abwechselnd mit der Milch unterrühren. (mit einem Holzlöffel, denn zu schnelles Schlagen mit dem Handrührgerät kann dazu führen, dass der Kuchen nicht richtig aufgeht beim Backen, da das Backpulver seine Wirkung verliert). Nicht wundern, der Teig könnte etwas flüssiger sein.

Schritt 4: Nun den Eischnee vorsichtig unterheben und in eine gefettete, gemehlte Form geben. (Bei Springformen den Teig am Rand etwas hochschieben, denn der Kuchen geht in der Mitte hoch und so verhindert ihr, dass er zu sehr nach oben ragt. Oder ihr nehmt die Form die ich verwendet habe, da wird der Kuchen nach dem Backen umgedreht, da könnt ihr notfalls die Wölbung nach oben etwas abschneiden.) Dann ca. 1 Stunde backen und nach dem Backen vollständig in der Form auskühlen lassen.

Schritt 5: Zuckerguss aus Puderzucker und einigen Esslöffeln Wasser herstellen (je nachdem wie flüssig ihr euren Zuckerguss haben möchtet, ich mach das nie genau nach Rezept sondern rühr alles zusammen bis es schön geschmeidig ist) und über den Kuchen gießen und genießen.

Gewürzkuchen alla Mama - Ein paar Zuckergussklekse sind noch übrigDer Kuchen ist einfach traumhaft schön schokoladig-saftig. Wenn ihr ihn unter eine Glasglocke auf eine Tortenplatte stellt, solange der Zuckerguss noch nicht ganz fest ist, wird er von Tag zu Tag noch saftiger ;o) Ich habe vor kurzem auf Jeanny’s Blog Zucker, Zimt und Liebe ein Rezept für Amerikaner mit Chai-Glasur gesehen und ich denke, das auch diese Glasur hervorragend zum Kuchen passt. Den Kuchen habe ich schon am Montag gebacken und hab ihn fast komplett allein gegessen. Da haben die Kalorien wieder was zu tun, wir wollen ja nicht, dass sie arbeitslos werden *gg*.

Gewürzkuchen alla Mama mit Schokostückchen, Zimt & Nelken

Probiert ihn aus, bevor ich ihn euch ganz wegegessen habe. Hoffe, er schmeckt euch. Und zum Schluss nochmal eine kleine Erinnerung an die Tchibo Blogparade “KEKSE!”. Ihr könnt für meine “Geflügelten Zimt-Ziegen” abstimmen, was schon viele von euch getan haben und wofür ich mich ganz herzliche bedanken möchte. Ihr habt noch bis zum 27.November Zeit.

Möge der Schneebesen mit euch sein (deutsch),

Euer Backbube

Ein kleiner Wintervorbote: Leckerer Bratapfel-Grieß-Kuchen

Ich weiß auch nicht, was mich gestern abend dazu verleitet hat, aber: Ich habe den Winter kulinarisch eingeläutet! Vielleicht trieb mich die Tatsache, dass ich im Winter endlich meine neue Küche benutzen kann, dazu? Oder es war der eisig kalte Wind, der mir um die Nase wehte, als ich von der neuen in die alte Wohnung spazierte? Oder war es einfach meine grenzenlose Zuneigung zum Winter? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. Aber aus irgendeinem Grund wird es schon passiert sein, dass ich gestern abend plötzlich Lust auf Bratäpfel bekommen habe.

Diese warmen Äpfel aus dem Ofen mit dieser leckeren Zimt-Rosinen-Walnuß-Honig-Füllung, die den ganzen Raum mit einem weihnachtlichen Duft erfüllen. Allein beim Gedanken an einen Bratapfel bin ich gestern dahingeschmolzen, wie Halbfettmargarine in einer rostfreien Edelstahlpfanne. *haha* Also mussten Bratäpfel her!! Aber natürlich nicht auf gewöhnliche Art und Weise, sondern in Form eines Kuchens. Und da fiel mir ein Rezept ein, das ich mal vor vielen, vielen Jahren aufgeschrieben hatte. Das Rezept für einen herrlich kalorienarmen Bratapfel-Grieß-Kuchen. Also hab ich ihn gebacken. Und heute morgen bin ich dann extra ganz früh aufgestanden. Denn ich hab irgendwo einmal gehört, dass das Licht beim Sonnenaufgang das Beste für Fotos sein soll. Und dem kann ich nur zustimmen. Ich bin zum ersten Mal richtig zufrieden mit den entstandenen Fotos. Und in den schwarzen Metalldeckel meiner Gartenbox bin ich sowieso schon verliebt. Der sieht einfach immer wieder anders aus. Toll!

Bratapfel-Grieß-Kuchen

Zutaten:

  • 30 g Rosinen
  • 30 g Walnusskerne
  • 2 Zimtstangen
  • 1 Limette
  • 8 kleine saftige Äpfel
  • 1 EL Honig
  • 1 Tl Zimt
  • 75 g Joghurtbutter
  • 3 EL Semmelbrösel
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 125 g brauner Rohrzucker
  • 400 g Joghurt (1,5 % Fett)
  • 1 Vanilleschote
  • 300 g Weichweizengrieß
  • 1 Päckchen Backpulver

Zubereitung:

Schritt 1: Rosinen in einer Schale mit warmem Wasser einweichen. Walnüsse fein hacken. Zimtstangen einmal quer & längs halbieren. Limette heiß abspülen, trockenreiben und die Schale fein abreiben, halbieren & eine Hälfte auspressen. Äpfel waschen, trockentupfen und Kerngehäuse entfernen. Die Aushöhlungen mit Limettensaft bestreichen.

Schritt 2: Rosinen in einem Sieb abtropfen lassen & mit Honig und Walnüssen, sowie etwas Zimt vermischen. Die Mischung in die Äpfel füllen & mit den Zimtstangen garnieren.

Schritt 3: Butter in einem kleinen Topf zerlassen; 2 EL Butter entnehmen und beiseite stellen. Eine Springform (26–28 cm Ø) mit flüssiger Butter einstreichen und mit Semmelbröseln ausstreuen.

Schritt 4: Eier, Salz und Zucker mit den Quirlen eines Handmixers dickschaumig aufschlagen. Joghurt, Limettenschale, Vanille & flüssige Butter (aus dem Topf) gründlich unterrühren. Grieß und Backpulver mischen, zufügen und alles mit den Knethaken des Handmixers zu einem glatten Teig verrühren. Teig in die Form füllen und glattstreichen. Gefüllte Äpfel in den Teig setzen. Mit der beiseite gestellten flüssigen Butter bestreichen und im vorgeheizten Backofen bei 180 °C (Umluft 160 °C, Gas: Stufe 2–3) etwa 40 Minuten backen. Nicht länger, sonst wird der Kuchen trocken. Kuchen abkühlen lassen, mit einem Messer am Rand der Springform entlang fahren und mit Puderzucker bestäuben.

Jede/r, die/der in dem Moment, als ich den fertigen Kuchen aus dem Ofen geholt habe, in unsere Wohnung gekommen wäre, hätte sicherlich gefragt “Ja ist denn heut´schon Weihnachten?”.Und ich hätte gesagt: “Nein, leider nicht! Aber ist es nicht schön, wenn draußen Schnee liegt, überall Lichterketten und Kerzen glitzern, und Lebkuchenduft deine Sinne vernebelt? Wenn es still wird auf den Straßen, wenn sich das Mondlicht auf den weißen Feldern spiegelt, wenn man sich zuhause einkuscheln kann und einen leckeren, warmen Bratapfelkuchen genießen kann?” Der- oder diejenige hätte vermutlich den Kopf geschüttelt und sich gefragt, ob ich noch zu retten bin. Wenn es um Winter & Weihnachten geht kann ich aber nur eines sagen: ICH BIN NICHT ZU RETTEN. ICH LIEBE NUNMAL DEN WINTER.

Von mir aus könnte es das ganze Jahr lang Winter sein. Schön kalt. Und viel, viel, VIEL Schnee. Wenn ich auswandern würde, dann nach Norwegen, oder Alaska, oder Canada. Da wo es schön lang kalt ist. Und dunkel. Ich bin einfach ein Wintermensch und werde es immer bleiben. Daran kann auch der tollste Sommer nichts ändern. Ich verpreche euch aber, das Rezept wird vorerst nur ein Abstecher in den Winter bleiben, denn der kommt sowieso schneller als ihr alle wollt und da hab ich dann genug Zeit für tolle Leckereien. Der Herbst hat ja auch einiges zu bieten. Und wie sieht es mit euch aus? Welche ist eure liebste Jahreszeit und warum?

May the whisk be with you,

Euer Backbube

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Mein Gastbeitrag für Miss Blueberrymuffin – Mascarpone-Ricotta-Cheesecake

Kennt ihr denn schon den Blog von Miss Blueberrymuffin? Dort findet ihr neben jeder Menge toller Rezepte für Cupcakes & Co auch die Kategorie “Fremde Küchen”. Diese hat die sympatische Miss Blueberrymuffin, mit bürgerlichem Namen Katharina, extra eingeführt, um anderen Blogs die Möglichkeit zu geben, sich und deren Rezepte vorzustellen. Schaut mal auf dem Blog vorbei, es lohnt sich!

Ich habe mich natürlich sehr gefreut, als sie mich gefragt hat, ob ich einen Gastbeitrag für ihren Blog schreiben möchte. Da hab ich natürlich nicht nein gesagt und mich sofort daran gemacht mir ein tolles Rezept auszusuchen. Und was würde näher liegen als mein absoluter Lieblingskuchen. Ein Mascarpone-Ricotta-Cheesecake.

Als ich mir damals das Buch “Backen – I love baking” von Cynthia Barcomi zugelegt habe, und diesen Kuchen gebacken hatte, wurde er sofort zu meinem Lieblingskuchen. Der Kuchen ist einfach himmlisch. Zart, cremig und dank der Amarettinis im Boden bekommt er dieses ganz dezente Amaretto-Aroma.

MASCARPONE RICOTTA CHEESECAKE (von Cynthia Barcomi)

Zutaten:

Für den Teig:

  • 40 g Amarettini, fein gemahlen
  • 40 g Eierplätzchen, fein gemahlen
  • 70 g Cantuccini, fein gemahlen
  • 60 g Butter, zerlassen

Für die Füllung:

  • 750 g Ricotta
  • 100 g Mascarpone
  • 150 g Zucker
  • 3 Eier
  • 1 TL Zitronensaft
  • ½ TL Salz
  • 2 EL Stärke

Für die Glasur:

  • 200 g Mascarpone
  • 150 g saure Sahne
  • 50 g Zucker
  • 1 TL Zitronensaft
  • 1/8 TL Salz

Zubereitung:

Schritt 1: Ofen auf 190 °C Grad vorheizen. Alle Zutaten für den Teig vermischen, die Kekse müssen wirklich sehr fein gemahlen sein. Ich mach das mit dem Thermomix, geht aber auch mit anderen Küchenmaschinen. Den Teig in der Form verteilen und gut an den Boden pressen. (Die Backform muss vorher nicht eingefettet werden, da der Boden Butter enthält.) 10 Minuten backen & anschließend 15 Minuten auskühlen lassen

Schritt 2: Für die Füllung Mascarpone und Ricotta mit den Rührhaken eines Handrührgerätes verschlagen (es dürfen keine Klümpchen vorhanden sein). Dann den Zucker hineinschlagen, gefolgt von den Eiern (jedes einzeln). Dann Zitronensaft & Salz dazugeben, ganz zum Schluss die Stärke. Die Füllung über den vorgebackenen Boden geben und 35 Minuten backen. Der Kuchen ist noch etwas wabbelig und könnte auch Risse bekommen, wenn er aus dem Ofen genommen wird, das ignoriert ihr einfach. 20 Minuten auskühlen lassen, ehe die Glasur drüber kommt.

Schritt 3: Für die Glasur mit einem Schneebesen den Mascarpone und die Saure Sahne verquirlen (wieder sollten sich keine Klümpchen bilden). Zucker, Zitronensaft & Salz unterrühren. Dann die Glasur über den Cheesecake gießen und weitere 10 Minuten backen. Sofort nachdem der Kuchen aus dem Ofen kommt, mit einem dünnen Messer am Rand entlang fahren, um ein Aufreissen des Kuchens zu verhindern .

Schritt 4: Mehrere Stunden abkühlen lassen, bis der Kuchen Zimmertemperatur hat. Dann kommt der Kuchen in den Kühlschrank (mind. 6 Stunden bevor man ihn serviert). Bitte den Vorgang nicht beschleunigen und ihn schon direkt nach dem Backen in den Kühlschrank stellen, sonst weicht der Boden durch.

Ich finde der Kuchen sieht einfach sehr schlicht aus und passt zu jedem Anlass. Er ist natürlich sehr gehaltvoll, aber bei mir gilt beim Backen der Grundsatz „Wenn schon, denn schon“. Außerdem muss man ja die Stücke nicht ganz so groß machen. ;) Der Mascarpone Ricotta Cheesecake kam bisher überall hervorragend an und ist eine perfekte Alternative zum deutschen Standard-Käsekuchen. Ich habe ihn neulich einfach mal mit selbstgemachtem Lemon-Curd bestrichen und ich muss sagen, es war ein Traum.

Zum Schluss möchte ich mich nochmals bei Katharina ganz herzlich dafür bedanken, dass sie mir die Möglichkeit gegeben hat meinen Blog vorzustellen und meinen Lieblingskuchen mit euch zu teilen.

May the whisk be with you,

Euer Backbube

Kirsch-Stracciatella-Kuchen – oder: Wie nennt man den Backvorgang im Kühlschrank??

Ich genieße meinen Urlaub im Allgäu sehr. Das Wetter ist traumhaft. Tagsüber ist es schön warm und abends kühlt es dann auf angenehme Temperaturen ab. Gestern habe ich zusammen mit den Nachbarjungs einen kleinen Tripp durch den Fluss gemacht. Das macht wirklich unglaublich Spaß so eine Flusswanderung. Man fühlt sich gleich wieder wie ein Kind. Und natürlich habe ich euch versprochen auch im Urlaub für euch zu backen. Da es aber fast den ganzen Tag sehr heiß ist, habe ich mich für einen Kuchen entschieden, der vom Kühlschrank gebacken wird. Sagt man da denn auch backen?? Gibt’s dafür einen Begriff?? Oder sollten wir einen erfinden?? Ja genau, das ist die Idee. Lasst uns einen Begriff dafür suchen. Ihr seid gefragt: Wie nennt man den Backvorgang im Kühlschrank??

Den Kirsch-Stracciatella-Kuchen habe ich in der neuen LECKER Bakery entdeckt. Auf einem meiner Lieblingsblogs wurde er auch schon ausprobiert. Und da ich Stracciatella-Eis und Kirschen über alles liebe, musste ich den auch unbedingt machen. Der Kuchen enthält natürlich kein Stracciatella-Eis, ich wollte nur betonen, dass ich Stracciatella mag. Aber hey, das wär auch keine schlechte Idee, den Kuchen als Eistorte zu machen. Schmeckt bestimmt auch klasse. Kommt auf meine 50 km lange “Was-ich-schon-immer-mal-machen-wollte”-Liste. (Nachtrag: Und schon hab ich’s ausprobiert. Ein Stück davon 2 Stunden ins Gefrierfach. Ein Traum!!)

Kirsch-Stracciatella-Kuchen (LECKER Bakery, Vol.2, Seite 19)                        Dauer ca. 1 Stunde + ca. 6 1/2 Stunden Wartezeit

Zutaten:

  • 75 g Butter
  • 150 g Löffelbiskuits
  • 50g gemahlene Mandeln (mit Haut)
  • 8 Blatt Gelatine
  • 100 g +  150 g Zartbitterschokolade
  • 1/2 Glas Sauerkirschen
  • 500 g Mascarpone
  • 100 g Zucker
  • 200 g Vollmilchjoghurt
  • 150 g + 150 g Schlagsahne
  • 25 g Kokosfett (z.B. Palmin)

Zubereitung:

Schritt 1: Eine Kastenform (ca. 11,5×31 cm; ca. 2,3l Inhalt) mit Wasser ausspülen und mit Frischhaltefolie auslegen. Butter schmelzen. Löffelbiskuits in einen Gefrierbeutel geben und verschließen. Mit dem Nudelholz ganz fein zerbröseln. Mit flüssiger Butter und den Mandeln mischen und auf dem Boden der Kastenform verteilen. Fest andrücken und ca. 30 Minuten kalt stellen.

Schritt 2: Gelatine in kaltem Wasser einweichen. 100 g Schokolade fein hacken. Kirschen aus dem Glas abtropfen lassen und grob hacken. Mascarpone, Zucker & Joghurt glatt rühren. Gelatine ausdrücken und bei schwacher Hitze auflösen. Etwas Mascarpone-Creme mit der Gelatine vermischen. Gelatinemischung in die übrige Creme rühren. 150 g Sahne steif schlagen, mit gehackter Schokolade und Kirschen unter die Mascarpone-Creme heben. Creme auf dem Boden verteilen (NEIN: Nicht auf eurem Boden. Auf dem Boden der Kastenform *gg*), glatt streichen und zugedeckt 4 Stunden kalt stellen.

Schritt 3: 150 g Schokolade grob hacken. 150 g Sahne und Kokosfett aufkochen, vom Herd nehmen und 1-2 min abkühlen lassen. Schokolade zufügen und darin schmelzen. Glasur 20-25 min abkühlen lassen, dann auf die Creme geben, glatt streichen und ca. 30 min kalt stellen. Dann evtl. mit Kirschen verziehren und nochmals mind. 2 Stunden kalt stellen.

Den Kuchen habe ich übrigens aus zwei Gründen ge…kühlt! Erstens, weil ich euch versprochen habe, auch im Urlaub für Rezeptnachschub zu sorgen und zweitens, da heute Freunde meiner Eltern zu Besuch kommen, und die dürfen – NEIN, müssen natürlich auch Zeuge meiner Back- bzw. Kühlkünste werden. Stinkt es hier grad nach Eigenlob?? Nein, es duftet nach zartem, lieblichem Eigenlob. Man muss sich auch mal selbst auf die Schulter klopfen. Übrigens ein sehr guter Tipp, wenn euch der Chef, die Kollegen oder sonstwer mal nicht lobt. Dann lobt euch einfach selbst und ihr werdet sehn, euch gehts sofort besser.

Der Kuchen wurde bereits fürs Foto angeschnitten und probiert und ich kann euch nur sagen: EIN TRAUM! Ein Stück davon werde ich nachher auch mal in den Gefrierschrank stellen und probieren, wie dieser Stracciatella-Kirsch-Genuß halbgefroren wohl schmeckt. Ich werde dann wohl den Beitrag später nochmal bearbeiten und euch mitteilen, wie es geschmeckt hat. (Nachtrag: Und hier ist sie schon, die Bearbeitung. Ich habe ein Stück des Kuchens 2 Stunden ins Kühlfach gestellt und es ist ein wahrer Semifreddo-Genuss. Wirklich. Es schmeckt super. Probiert es aus, es lohnt sich)

Ich sag jetzt mal nicht A-HOI, sondern ALL-GÄU,

Euer Backbube

Himmlischer Träubleskuchen – oder: Schwäbischkurs für Anfänger

Wenn es etwas etwas außer Backen gibt, das ich sehr gerne tue, dann ist es Kochen. Und beim Kochen kombiniere ich gern Zutaten, die man sonst so nicht kombinieren würde. Kombinationen die manche Menschen dazu verleiten, entsetzt zu rufen: “Oh Gott, wie kann man das nur kombinieren” – oder “Ja, wuäääääääh”! Doch ich tue es trotzdem: Spargel & Erdbeeren, Schokolade & Wasabi, Hühnerfleisch & Papaya. Doch nun werde ich etwas wagen, das eine Herausforderung wird. Das habe ich mich noch nie getraut. Ob ich das überlebe steht an dieser Stelle nicht fest. Also gut! Ich wage es! Ich traue mich! Ich springe über meinen Schatten: Ich bringe meinen deutschen Lesern schwäbisch bei. Ja ich trenne das ganz bewusst. Deutsch und Schwäbisch ist keinesfalls die gleiche Sprache. Und das traue ich mich als Schwabe zu sagen. Denn ich selbst verstehe schwäbisch manchmal nicht. Das Schwabenland hat sonst echt viele Leckereien zu bieten (Spätzle, Maultaschen, Linsen mit Wienerle, Kartoffelsalat, Wurstsalat usw.) aber der Dialekt gehört nicht dazu. *gg*

Da steht “Himmlischer Träubleskuchen“, doch mit Trauben hat der Kuchen absolut nichts zu tun. Denn Träuble, oder noch schlimmer Draibla, sind nichts anderes als Johannisbeeren. Und aus Johannisbeeren kann man leckere Marmelade machen, die in Schwaben komischerweise Gsälz genannt wird. Gsälz enthält meiner Meinung nach das Wort Salz,doch ich kann mich nicht erinnern, jemals Salz in eine Marmelade gestreut zu haben. Entstanden ist das Wort Gsälz tatsächlich dadurch, dass Salz früher die billigste Zutat war, um Dinge haltbar zu machen. Trotzdem merkwürdig, oder nicht? Ein weiteres Kuriosum ist das Wort “hebâ”, also “heben”, doch damit ist nicht “anheben” gemeint, sondern “festhalten”. Ein Tortenheber ist im Schwäbischen also jemand, der eine Torte festhält. *hihi* “Anheben” heisst auf schwäbisch übrigens “lupfâ”.

Wenn jemand im Schwabenland zu euch sagt: “I hätt gern a Bretschlengsguatsle ond a paar Hengalabreedla”, dann möchte er/sie eigentlich sagen: “Ich hätte gerne eine Erdbeerbonbon und ein paar Himbeerplätzchen”. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich ziemlich hochdeutsch erzogen haben. Den letzten Rest “Schwäbisch” hat zum Glück meine Schauspielausbildung erfolgreich aus meiner Sprache entfernt. Es ist schon schwer teilweise durch die deutsche Sprache durchzublicken, aber Schwäbisch ist nochmal eine Sache für sich. Nun aber zum eigentlichen Grund für diesen Beitrag:

Ich liebe diesen Kuchen. Nicht zu süß. Im Gegenteil: Säuerlich!! Und sauer macht lustig. Und erfrischt! Besonders im Sommer ist dieser Kuchen ein Genuss. Auf die Terasse setzen, ein gutes Buch auf dem Schoß und ein gekühltes Stück Johannisbeerkuchen mit Baiserhaube auf dem Teller. Herrlich!!! Baiserhauben sind sowieso das Leckerste der Welt. Wenn es einen Himmel gibt, dann hoffe ich, dass dort alles aus locker, luftigen Baiserhauben gemacht ist. Dann lasse ich mir den ganzen Tag diesen zarten Zuckerschnee auf der Zunge zergehn. Ach wäre das wunderbar!!

Ich habe übrigens den Zucker im Teig (nicht in der Füllung) komplett weggelassen, da ich den Kuchen noch weniger süß haben wollte. Ihr könnt das ganz flexibel handhaben, so wie ihr wollt. Der Mürbteig lässt sich sonst nach dem bewährten 3-2-1-Prinzip herstellen (Nenn nur ich das so?): 300 g Mehl – 200 g Butter – 100 g Zucker…. ganz leicht zu merken. Wer den Kuchen ein bisschen aufpeppen will, der nimmt einfach nochmal 250g Johannisbeeren, taucht sie in Wasser und wälzt sie anschließend in Zucker. Dann auf dem Kuchen verteilen.

Zum Schluss gibts noch einen oiriginal schwäbischen Zungenbrecher:

“Dr Minischdrbräsidend Lodhar Schbäd hôts Schpeck-Bschteck zschbät bschdellt”……was auf deutsch dann ungefähr heißt, dass irgendein Ministerpräsident das Besteck zum Speckessen zu spät bestellt hat. *hihi* Ich hoffe, dass mir meine Blogger-Kolleginnen Joanna und Anna verzeihen, dass ich über die schwäbische “Sprache” so hergezogen habe. Wenn nicht, muss ich wohl Bestechungsbreelda backen, oder Bestechungs-Preschdlengsgsälz einkochen.

Also dann “adele” (nein nicht die Sängerin!!)

Euer Backbua