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Wie macht man einen Backbuben nervös? Indem man ihn für eine Hochzeit beauftragt – Bilder von einem pastelligen Sweet Table

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Hey ihr Schneebesenschwinger da draußen. Ihr fragt euch sicher, warum in letzter Zeit etwas weniger Rezepte auf dem Blog erscheinen. Das liegt eigentlich hauptsächlich daran, dass ich von einem Kurs zum nächsten spurte, am Theater sehr viel für “Nathan der Weise” probe und nebenher auch noch in einem tollen Cafè arbeite. Darum gibt’s auch grad wenige Eisteerezepte – die machen bei dem Wetter eh keinen Spaß. Und dann gibt es da noch dieses magische Datum. Den 18.Juli 2015. Auf diesen Tag freue ich mich einerseits, andererseits sorgt das Datum aber auch für schlaflose Nächte. Denn da heiratet mein Bruder. Und ich mache die Hochzeitstorte. Meine Stimmung wechselt deshalb ständig von “höchst angespannt” bis “total relaxed” – und zwar im Sekundentakt. Darum bin ich grade gedanklich immer nur mit dieser Torte beschäftigt. Zwischendurch gibt’s dann zum Glück noch Ablenkung, die aber gleichzeitig auch wieder für Nervosität sorgt – wie z.B. der Sweet Table, den ich gestern für die Hochzeit von Anna und Gottfried machen durfte. Ich mach mir dann immer tausend Gedanken: Wird alles klappen? Wird alles schmecken? Schmeiß ich den Karton mit den Cupcakes aus Versehen runter? Fällt die Tortenplatte um? – Ich kann euch beruhigen. Alles ging gut – und ich glaube, es hat allen geschmeckt:

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Ungefähr eine Stunde bevor das Brautpaar am Ort der Feier ankam, hab ich begonnen den schon vorbereiteten Tisch fertig auszustatten. Anna hatte schon ein paar Dinge dafür besorgt, z.B. schöne bunte Bonbons, Lutscher, Popcorntüten und Zuckerherzen. Ich habe beigesteuert:

Marshmallows am Stiel, mit weißer oder Zartbitter-Schokolade überzogenVanillecupcakes mit ErdbeerfrostingVanillecupcakes mit weißem Schoko-Frosting, Schoko-Cupcakes mit Minzfrosting und viele kleine pastell-farbene Baisers.

Für die Vanillecupcakes hab ich das Rezept von Dagi verwendet. Ebenso das Frosting des gleichen Rezepts. Das habe ich dann gedrittelt, einen Teil pur verwendet {und blau gefärbt}, einen Teil mit 2 EL gemixten, gefriergetrocknenten Erdbeeren vermischt und den letzten Teil mintgrün eingefärbt und mit 3 Tropfen Pfefferminzöl abgeschmeckt. Für die Schokocupcakes habe ich mein Veilchen-Cupcake-Rezept verwendet, allerdings ohne den Veilchensirup. Die Baisers haben dank des Rezeptes von Andrea endlich mal funktioniert {mit denen stand ich bisher auf Kriegsfuss} und die Marshmallows hab ich einfach auf Paperstraws aufgespießt und mit weißer und dunkler Kuvertüre von Sweetest Choice überzogen.

Das alles durfte ich in der wunderschönen Scheune des Kulturhofs Erpfenhausen aufbauen. Die Location ist einfach traumhaft. Außer dem Sweet Table gab’s noch zwei verschiedene Limonaden, die die Braut selbst gemacht hat und herzhafte Köstlichkeiten von Alma kochart.

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Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

 

**Cupcakeförmchen, Tortenplatte & Fähnchen: Blueboxtree

Ein kleiner Bericht von einem großartigen Event von Mövenpick ODER die Geschichte von einer Eiskugel mit gebratener Chorizo

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Heute gibt’s für euch einen wirklich ausführlichen Bericht über einen großartigen Workshop von Mövenpick, der definitiv mit Worten kaum zu beschreiben ist. Schon im letzten Jahr durfte ich Gast auf einem tollen Event von Mövenpick sein. Und auch 2015 flatterte wieder eine Einladung in mein e-Mail-Postfach. Was sich in der Mail schon spannend anhörte, entpuppte sich am Ende zu einem der inspirierendsten Workshops meines Bloggerdaseins. Im Zug nach Köln traf ich bereits Ina, am Bahnhof dann noch Susanne und Ann-Christin, dich ich alle drei schon lang nicht mehr gesehn und auf die ich mich sehr gefreut habe. Wir vier checkten erst mal im Hotel ein, snackten noch kurz ein Pfund Fritten bei Hans im Glück und waren schon sehr gespannt, was uns erwarten würde. Wir hatten alle keinen blassen Schimmer. Wir stiegen ins Taxi und fuhren los – bzw. ließen uns losfahren. Meine Vorfreude war wirklich groß, nicht nur wegen des noch unbekannten Workshops sondern auch, weil ich die Jungs endlich wieder treffen würde.

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In einer wunderschönen Location in Köln – dem Gastraum – erwarteten uns bereits Barbara, Marrin, Ronja und Frank Scholz von Mövenpick mit einem Begrüßungsgetränk und einem tollen Goodiebag inklusive bestickter Schürze mit unserem Namen und unserer Blogadresse drauf. Dass wir alle “beschürzt” wurden, hatte einen ganz bestimmten Grund, der uns gleich zu Beginn verraten wurde. Uns erwartete eine Eisdessertchallenge. Keiner wusste genau, was da auf uns zukommen würde. Bis wir vor einem riesigen Tisch mit hunderten Zutaten standen. Das Sortiment reichte von Obst und Gemüse, Backzutaten und Fruchtsoßen über Wurst, Käse und Joghurt bis hin zu ausgefallenen Gastrozutaten wie Karamellcrispies, gepufftem Mais oder Pfefferminzaroma. Dazu gabs es noch zwei prall gefüllte Kühltruhen mit vielen leckeren Mövenpick-Eissorten. Wir wurden per Losverfahren in 2er-Teams aufgeteilt und sollten in 15 Minuten ein Dessert mit Eis entwickeln. Große Fragezeichen machten sich in den meisten Augen breit. Doch Frank Scholz, Eisexperte von Mövenpick, half uns aus der fragenden Sphäre heraus. Er zeigte uns ein paar Kombinationen mit Eis. Zuerst eine Kugel Eis auf mit Amaretto getränkten Cantuccini, dann Schokoeis mit Browniewürfeln und Minzpesto und dann einen Wildkräutersalat mit einer Kugel Frozen Yogurt. Und was keiner erwartet hatte: Die Salatkreation schmeckte allen am besten. Auch wenn sich’s vorher irgendwie keiner so richtig vorstellen konnte. Und dann war unsere Kreativität gefragt. Wir hatten 15 Minuten Zeit für unser just in time frei erfundenes Eisdessert.

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Zusammen mit Susanne durfte ich ein Team bilden und wir waren uns sehr schnell einig welches Eis und welche Zutaten wir verwenden wollten. Am Ende servierten wir ein “Mandel Orange del Sol-Eis auf Karamell-Crispie-Bett, getoppt von Mandel-Cointreau-Rosmarin-Crunch, Karamellsoße und knusprig gebratener Chorizo”. Das Rezept schreib ich euch ganz unten auf. Nacheinander stellte nun jeder seine Kreation vor und die anderen durften probieren. Und schon beim “Rucola mit Feta-Joghurt-Honig Dressing und Frozen Yogurt in Honig-Hirse-Poppies getoppt mit Zitronenzesten” von Ina und Torsten waren erst mal alle baff. Der Geschmack war sensationell. Frank, der Eisexperte von Mövenpick, war auch restlos begeistert, wie kreativ wir uns in die Sache stürzten. Genau so ging’s weiter mit einer Kreation von Sascha und Martin“Süße Guacamole mit Orangenzesten, Thymian und Aperol, dazu Mandel Orange del Sol-Eis. Eine wahre Geschmacksexplosion. Es folgte ein leckeres Pistazien-Eis im Erdbeermantel mit Balsamico und Himbeerenvon Ann-Christin und Manja und eine Traumfruchttiramisu – Mandel Orange del Sol Eis auf Nektarinensalat gebettet auf einer cremigen Schicht mit Löffelbiskuit von Bine und Natascha, gefolgt von unserem Dessert. Dann hieß es abstimmen. Von jeder Kreation wurde ein Polaroid gemacht, dieses einem leeren Glas zugeordnet, jeder bekam 6 Punkte {in dem Fall in Form von Bonbons} und durfte diese beliebig auf die Gläser verteilen, also die Kreationen der anderen bewerten {die eigene natürlich nicht}, was unglaublich schwer war, da einfach alle so lecker waren. Frank Scholz, der uns allen hilfreich zur Seite stand, war restlos begeistert mit welcher Präzision und mit welchem Gespür wir die Eissorten mit den anderen Zutaten kombiniert haben. Obwohl jeder zu Beginn noch nicht so richtig wusste, was passieren wird, zeigte sich wieder mal etwas sehr schönes: wenn man 10 Blogger einfach drauflos improvisieren lässt, entstehen am Ende sensationelle Köstlichkeiten. Und das dann auch noch zu bewerten war wirklich schwer. {ich verlinke euch übrigens alle Beiträge und Rezepte der anderen Teilnehmer, sobald deren Beiträge online sind hier im Text}

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Doch noch war es nicht vorbei. Runde zwei begann. Nun hatten wir 45 Minuten Zeit in denen wir so viele neue Kreationen austesten konnten, wie wir wollten. Von diesen Kreationen durften wir dann eine weitere mit ins Wertungs-Rennen schicken. Und wer dachte, dass die erste Runde schon das Höchste der Gefühle gewesen wäre, der irrte sich gewaltig. Denn jetzt waren wir alle erst richtig heiß darauf, uns noch mehr ins Zeug zu legen. Susanne und ich machten einen Kokoscrépe, gefüllt mit Schokoladeneis und Kokosflocken auf einem säuerlichen Maracuja-Spiegel, garniert mit Maracujasahne und Schokosoße. Nebenbei servierten wir noch 3 Kugeln Vanilleeis in 3 Gläsern, die mit Kürbiskernöl, Olivenöl und Zitronenöl gefüllt waren. Und das waren die Ideen der anderen Teams (jeweils das Kursive Dessert ging mit ins Rennen):

- Sascha und Martin kredenzten: Tomaten-Limetten Sauce mit in zerkrümelten Tacos gewälztem Zitronensorbet und Biskuit mit Johannisbeer-Thymian-Marmelade darauf Johannisbeer-Baiser-Eis umhüllt mit abgeflämmtem Baiser

- Ina und Torsten machten Dreierlei Trametzzino mit Creme Brullé-Eis & karamelisierten Mandeln, mit Beeren-Püree, Sahne-Heidelbeer Eis & Beeren und mit Vanilleeis auf Koriander-Olivenöl, getoppt mit Parmesan und Rucolla

- Bine und Natascha präsentierten einen Fruchtig scharfen Glasnudelsalat mit einer in Wasabi-Erbsen gewälzten Kugel Zitronensorbet und eine Gebackene Ananas mit Honig-Minz-Öl und Crème Brûlée-Eis

- Ann-Christin und Manja servierten einen Vorspeisenteller mit Mozarella-Nektarine & Joghurteis, Frischem Gurken-Johanisbeersalat mit Zitronensorbet und einem Vanilleeis mit Wasabi, Ingwer und Kokosmilch.

Wir alle kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Die Ideen schossen nur so aus unseren Köpfen und es war eigentlich fast unmöglich nun auch noch die zweiten Wettbewerbsbeiträge zu bewerten. Es hat einfach alles so unglaublich gut geschmeckt. Und doch gab es am Ende ein Gewinnerteam. Ina und Thorsten konnten mit ihrem “Rucola mit Feta-Joghurt-Honig Dressing und Frozen Yoghurt in Honig-Hirse-Poppies getoppt mit Zitronenzeste” die meisten Stimmen sammeln und gewannen die #eisdessertchallenge. Absolut verdient!

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Auch nach der zweiten Runde waren unsere Gastgeber sprachlos ob der vielen Ideen, die wir hatten und es war einfach schön zu sehen, dass wir alle absolut begeistert davon waren, was an diesem Tag passiert ist.  Für mich war es definitiv einer der schönsten Erlebnisse in meinem bisherigen Bloggerleben und ich werde diesen Tag so schnell nicht mehr vergessen. Das Event war einfach so liebevoll organisiert {es gab nämlich auch leckeres Fingerfood und eine Bastelecke, in der wir unsere Erinnerungen an diesen Tag mit Hilfe von vielen Polaroids, die während der Veranstaltung geschossen wurden, und ganz viel Bastelequipment festhalten konnten} und man hat einfach gemerkt: da hat sich jemand wirklich ausgiebig mit uns Bloggern auseinander gesetzt und uns ein wirklich außergewöhnliches Erlebnis geschenkt. Daher geht an dieser Stelle nochmal ein GROßES DANKESCHÖN an Barbara, Marrin, Ronja & Frank. Es war ein unvergessliches Event. Danke für diesen inspirierenden Tag in Köln, den wir dann auch noch bei einem leckeren Essen im Restaurant 8 ausklingen lassen durften.

Und nun ist es an euch. Experimentiert drauf los. Kombiniert eine Kugel Eis mit Dingen, mit denen ihr sie niemals kombinieren würdet. Ihr werdet begeistert sein. Wenn ihr unsere 15-Minuten-Challenge-Version ausprobieren wollt, dann habt ihr hier das Rezept:

Mandel Orange del Sol Eis auf Karamellcrispiebett, getoppt von Mandel-Cointreau-Rosmarin-Crunch, Karamellsoße und knusprig gebratener Chorizo

  • 3 Kugeln Mandel Orange del Sol-Eis von Mövenpick
  • 6 EL Karamellcrispies {z.B. von hier}
  • 6 EL gestiftelte Mandeln
  • 3 EL brauner Zucker
  • 2 cl Cointreau
  • etwas Rosmarin
  • Karamellsoße
  • 3 Scheiben Chorizo

Zubereitung: Die Chorizo in Streifen schneiden und in einer beschichteten Pfanne ohne Fett knusprig braten. Auf ein Küchenpapier kippen und abkühlen lassen. Mandeln, Zucker und Cointreau in der selben Pfanne karamellisieren, 1/2 Tl gehackten Rosmarin dazugeben, umrühren, vom Herd nehmen und in der Pfanne lassen. Die Karamellcrispies auf drei Dessertteller verteilen, je 1 Kugel Eis darauf geben udn mit etwas Karamellsoße garnieren. Den warmen Mandel-Cointreau-Rosmarin-Crunch darauf verteilen und mit der knusprigen Chorizo toppen.

 

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

 

 

PS: Zu diesem unvergesslichen Event hat mich Mövenpick Eis eingeladen. Ich habe versucht, meine Begeisterung in Worte zu fassen. Und ich freue mich, wenn es mir geglückt ist. 

Mit dabei waren:

Meine erste Hochzeitstorte – dank eines tollen Vintage-Hochzeitstorten-Kurses bei Thomas Merker im Pfersich Trend-Forum Neu-Ulm

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Kennt ihr das? Ihr wollt unbedingt einen Kurs belegen, findet aber nur Angebote, die eine Fahrtzeit von mind. 1 Stunde oder länger bedeuten? Und dann fällt euch wie durch Zufall ein Kurs in den Schoß, der quasi direkt vor eurer Haustür angeboten wird? So ging’s mir mit dem sensationellen Vintage-Hochzeitstorten-Kurs, den ich die letzten 2 Tage gemacht habe. Der fand im Pfersich Trend-Forum in Neu-Ulm statt, das von meiner Wohnung nur durch einen Acker getrennt wird. Matthias Mittermeier, seines Zeichens Maître Pâtissier, Chocolatier, Glacier, Skulpteur und Autor des vom Gastronomischen Verband Deutschlands mit Gold ausgezeichneten Buches “Torten & Törtchen“, hat mich bei Facebook angeschrieben und mich zu dem Kurs eingeladen. Ohne ihn hätte ich wahrscheinlich nicht so schnell oder gar nicht davon erfahren. Vom Patisserie-Großhandel Pfersich und dem dazugehörigen Confis Express hatte ich zwar schonmal gehört, aber dass man dort so großartige Kurse anbietet, wusste ich nicht. Matthias leitet übrigens das Pfersich Trend-Forum, das hauptsächlich zur Fortbildung von Profis gedacht ist. Doch auch Quereinsteiger dürfen und sollen sich gern für die Kurse anmelden. Wer bei internationalen Meistern ihres Fachs Kurse belegen möchte, ist hier genau richtig. Ich wurde jedenfalls nicht enttäuscht – der Kurs bei Thomas Merker von der Tortenküche war für mich die perfekte Vorbereitung auf mein größtes Vorhaben dieses Jahr – die Hochzeitstorte meines Bruders zu machen.

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Los ging’s am Montag um 9:30 Uhr. Der erste Tag zeigte ganz schnell: Hochzeitstorten brauchen Zeit – viel Zeit – sehr viel Zeit. Voller Tatendrang legten wir am ersten Tag los. 7 Rosen, eine Pfingstrose und 20 kleine Hortensien waren das Tagesziel. Und diese unschuldig anmutenden Blümchen haben tatsächlich auch den ganzen Tag in Beschlag genommen. Jedes Blütenblatt musste einzeln aus Blütenpaste ausgestochen, ausgedünnt und zum Trocknen in Form gelegt werden – dem Pappeinleger von Apfelkartons. Wenn ihr mal welche im Supermarkt seht, dann nehmt sie einfach mit. Die sind wirklich praktisch. Zuerst wurden aber 20 kleine Kügelchen auf Draht gespießt, dann die 20 Hortensien ausgestochen, mit einem Silikonstempel geprägt und zum Trocknen auf eine Dämmmatte gelegt, die man z.B. oft an den Wänden von Tonstudios sieht. Dann kamen die Rosen dran. 7 Kegel aus weißer Blütenpaste wurden geformt, aufgespießt und durften vor sich hin trocknen. Währenddessen begannen wir die Blütenblätter der Pfingstrose ausstechen. Schicht für Schicht wurden die Blütenblätter ausgedünnt, kurz getrocknet, angeklebt und die nächsten Blütenblätter vorbereitet. Akkordarbeit. Während die Pfingstrose zum Trocknen aufgehängt wurde ging’s mit den Rosen weiter. Um den vorbereiteten Kegel wurde 1 Blütenblatt gelegt, dann 2, dann 3, dann 5. Und das ganze 7 Mal – macht allein für die Rosen 77 Blütenblätter – und fertig waren sie da nur teilweise. Dann ging’s erst mal in die Mittagspause, in der wir uns mit leckerem Essen im Gasthof zur Post verwöhnen ließen. Frisch gestärkt liefen wir zurück zum Trend-Forum, wo es sofort weiterging. Es wurde mal wieder eine Schicht Blütenblätter an die Pfingstrose angebracht. Und noch 4 Fantasie-Blumen gefertigt (das sind die großen weißen, die ein wenig an Anemonen erinnern). Dafür mussten wieder 40 Blütenblätter gemacht und jeder Blütenstempel einzeln aufgeklebt werden. Nochmal eine Schicht Blütenblätter an die Pfingstrose – und rum war der Tag.

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Am nächsten Tag ging’s schon um 8 Uhr los, denn das Tagesziel von Tag 1 wurde nicht ganz erreicht. 2 der Rosen bekamen nämlich noch 7 zusätzliche Blütenblätter und 1 Rose 16 weitere Blütenblätter (eine Runde mit 7 und eine weitere Runde mit 9). Dazu wurde die Rose kopfüber gelegt und die Blütenblätter ringsum angeklebt. – Ach ja, ich hatte vergessen, dass wir an Tag 1 noch zusammen 135 Blätter ausgestanzt und geprägt hatten. Nachdem die Rosen zum Trocknen beiseite gelegt waren wurden die Tortendummies eingedeckt, bzw. durfte jeder erst mal 5 Kilo Fondant einfärben. Ich hab mich für die Farbe Ivory von Sugar Flair entschieden, die ganz dezent cremefarben wird. Nachdem der Fondant schön geschmeidig war wurde er ausgerollt, die einzelnen Etagen und das Cakeboard damit eingeschlagen und zum Trocknen beiseite gestellt. Dann wurde jede Etage nach Wunsch verziert. Die kleinste mit einem Durchmesser von 18cm haben wir mit Eiweißspritzglasur (Royal Icing) verziert. Der mittlere Teil (22cm) bekam ein hübsches Rautenmuster, das, mit dem passenden Werkzeug bearbeitet, ruckzuck aussah wie ein Kissen (an der Symmetrie arbeite ich aber nochmal *gg*). Und am unteren Tortenteil (26cm) wurde Zuckerspitze angebracht. Dann wurden die drei Etagen aufeinander gestapelt. Die Tortendummies, die aus Styropor bestehen, werden einfach mit etwas dickflüssigerem Eiweißsspritzguß aufeinander geklebt. Wenn ihr aber richtige Torten aufeinander stapelt, kommt unter jede Etage eine Kapa-Platte, die den selben Durchmesser hat wie die jeweilige Etage. Dann erst schlagt ihr die Torte samt Kapa-Platte mit Fondant ein. Dann werden Holzspieße senkrecht in die Mitte der untersten Etage gesteckt, die genau so lang sein sollten, wie die Torte hoch ist. In diesem Fall 10 cm. Dann kommt darauf die zweite Etage, in diese werden wieder Spieße gesteckt und dann folgt die 3.Etage. Nachdem also die Dummies zusammengeklebt waren, kam um jede Etage noch ein schönes Satinband und zum Schluss wurden die Blüten angeklebt. Dabei wurde mit der Pfingstrose begonnen, die oben auf der Torte ihren Platz erhielt. Bevor mit den weiteren Blüten weitergemacht wurde, wurden nochmals 10 Blütenblätter um die Pfingstrose herum drapiert und mit Eiweißspritzglasur angeklebt. Und dann konnte jeder entscheiden, wie seine Blüten arrangiert werden sollten. Ich hab zur Pfingstrose noch 2 große Rosen geklebt und den Rest schön an der Torte “runterlaufen” lassen. Und dann stand sie vor mir. Meine erste Hochzeitstorte. Und ich bin wirklich mächtig stolz drauf. Klar kann man hier und da noch was besser machen – aber fürs erste Mal bin ich wirklich mehr als zufrieden.

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Ich freue mich wirklich, dass ich an diesem Kurs teilnehmen, viele neue Dinge lernen und viele tolle kreative Köpfe kennen lernen durfte. Die Teilnehmer waren übrigens hauptsächlich Konditormeisterinnen, manche gerade erst fertig, manche noch in der Ausbildung und manche schon mit jahrelanger Berufserfahrung. Auch eine Köchin war mit dabei. Am meisten begeistert hat mich aber der jüngste Teilnehmer, Franz, der mit 15 Jahren schon Dinge kann, von denen mancher Konditor träumt. Dieser Junge ist einfach sensationell. Er macht Torten, Pralinen, Figuren aus Schokolade – wirklich faszinierend. Bei ihm spürt man, dass er für seinen angestrebten Beruf lebt. In ihm explodiert pure Leidenschaft für die süße Kunst. Ganz groß. Von ihm werden wir mit Sicherheit noch hören. Weil ich so begeistert von ihm bin, hat er sich auch ein Bild in diesem Beitrag verdient:

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Ich starre jetzt erst mal noch den ganzen Tag lang meine fertige Torte an und rekapituliere noch mal, wie die einzelnen Arbeitsschritte waren. Die schreib ich mir dann ganz genau auf. Das hab ich nämlich total vergessen, weil ich so in die Arbeit vertieft war. Ihr habt jetzt jedenfalls einen kleinen Eindruck bekommen, wie (zeit)aufwändig so eine Torte ist. Also, wenn ihr eine solche Torte bestellt, dann wundert euch nicht, wenn sie ab 600€ aufwärts kostet. Und das ist absolut gerechtfertigt. Wenn ihr nur 100€ für ne Hochzeitstorte zahlen wollt könnt ihr sie auch gleich im Supermarkt kaufen. So eine ausgefallene Vintage-Torte verlangt volle Aufmerksamkeit und wird ganz individuell an eure Wünsche angepasst. Also lasst ordentlich was dafür springen. In diesem Sinne:

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube