Category Archives: Backstube

Kleines Walnuss-Schoko-Brombeer-Törtchen mit Brombeer Buttercreme und kandierten Veilchen

Walnuss-Brombeer-Törtchen - Titelbild

Vor einigen Wochen habe ich das kleine Törtchen, das ich für die Verlobungsparty meiner Freundin Soraya gebacken habe, auf Instagram gepostet und dafür fast 1000 Likes von euch bekommen. Dafür möchte ich mich ganz herzlich bei euch bedanken. Inspiriert wurde ich zu dem Törtchen übrigens durch Linda Lomelinos Buch “Torten” und ihren wunderbaren Blog. Da euch das Törtchen offenbar so gut gefallen hat, habe ich euch ein neues gebacken, ein bisschen anders als das eben angesprochene, aber ich finde es ist auf jeden Fall ein würdiger Nachfolger. Umhüllt ist es mit Brombeer-Buttercreme und leckerer Zartbitterschokoladen-Glasur, verziert mit Brombeeren, Walnüssen und kandierten Veilchen. Im Inneren warten 2 leckere Schoko-Chip- und 2 weiche Walnuss-Biskuit-Böden auf euch.

Walnuss-Brombeer-Törtchen - Ansicht von oben- ganzes Törtchen Walnuss-Brombeer-Törtchen - Ganzes Törtchen auf einem Tisch mit weißer Tischdecke Walnuss-Brombeer-Törtchen - angeschnittenes Törtchen im Eck - Nahaufnahme von der noch nicht angeschnittenen Torte

Walnuss-Biskuit-Böden

  • 70 g Walnüsse
  • 4 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 20 g + 50 g Zucker
  • Schale von 1 Bio-Orange
  • 4 EL Orangensaft, frisch gepresst
  • 50 g Mehl
  • 25 g Speisestärke (z.B. Mondamin)
  • 1 1/2 TL Backpulver

Heize den Ofen auf 180 Grad Ober-Unterhitze vor und lege die Böden zweier Springformen (15 cm Durchmesser) mit Backpapier aus. Wichtig: Die Ränder der Formen nicht einfetten, sonst wird der Biskuit nichts.

Male die Walnüsse ganz fein und vermische sie mit Mehl, Stärke und Backpulver. Trenne die Eier, schlage das Eiweiß mit einer Prise Salz steif und lass dabei 20 g Zucker einrieseln. Schlage die Eigelbe mit 50g Zucker, der Orangenschale und dem O-Saft schaumig, bis der Schaum hell-cremig ist. Hebe dann vorsichtig mit einem Schneebesen den Eischnee und das Mehlgemisch unter.

Verteile den Teig auf beide Formen und backe die Biskuit-Böden 25-30 Minuten auf mittlerer Schiene. Nimm sie heraus, lass sie etwas abkühlen, löse sie dann mit einem Messer vom Rand der Springform, und stürze sie auf eine Kuchengitter. Ziehe das Backpapier ab und lass die Böden beide komplett abkühlen.

Schoko-Chip-Böden

  • 125 g Mehl
  • 1 EL Kakao
  • 1 TL Backpulver
  • 100 g Zartbitter-Schokolade
  • 1 TL Sonnenblumenöl
  • 175 g Zucker
  • 50 g weiche Butter
  • 2 Eier (L)
  • 175 ml Buttermilch

Heize den Ofen auf 160 Grad Ober-Unterhitze vor und lege die Böden der beiden 15cm-Springformen mit Backpapier aus. Diesmal die Ränder der Formen fetten.

Mische das Mehl mit Backpulver und Kakaopulver in einer kleinen Schüssel. Schmelze 55 g Zartbitter-Schokolade mit 1 TL Sonnenblumenöl über einem heißen Wasserbad und lass die Mischung etwas abkühlen. Schlage die Butter mit dem Zucker cremig, rühre dann die Eier einzeln je 30 Sekunden unter und gib dann sowohl das Schokoladen-Öl-Gemisch und die Buttermilch dazu. Verrühre alles zu einer cremigen Masse.

Siebe dann das Mehl-Gemisch über den Teig und rühre es auf niedriger Stufe unter die Ei-Masse. Hacke die restliche Schokolade grob und rühre sie ebenfalls unter den Teig. Verteile den Teig gleichmäßig auf die beiden Formen und backe die Böden 25-30 Minuten auf mittlerer Schiene. Nimm sie dann heraus, lass sie kurz stehen, löse den Rand der Springform und lass sie auf einem Kuchengitter komplett abkühlen.

Wenn alle 4 Böden abgekühlt sind dann wickelt ihr sie am besten in Frischhaltefolie und legt sie über Nacht in den Kühlschrank. So lassen sie sich am nächsten Tag leichter mit dem Frosting einstreichen, denn dann krümeln sie nicht so sehr. Das ist übrigens auch ein guter Tipp, wenn ihr nur einen Boden backt und den dann durchschneiden wollt. Denn dann krümelt der Teig auch beim Schneiden nicht. Weiter geht’s mit dem Frosting und dem Zusammensetzen. Dafür braucht ihr folgendes:

Walnuss-Brombeer-Törtchen - Ganzes Törtchen am unteren Bildrand_ Walnuss-Brombeer-Törtchen - angeschnittenes Törtchen von weiter weg - angeschnittenes Törtchen mit Teller

Brombeer Swiss Meringue Buttercreme (aus “Torten” von Linda Lomelino)

  • 4 Eiweiß
  • 200 g Zucker
  • 250 g Butter
  • 100 g + 100 g Brombeeren

Gib das Eiweiß mit dem Zucker in eine hitzebeständige Schüssel, und erhitze es unter ständigem Rühren über einem köchelnden Wasserbad auf 65 Grad. Ich benutze zum Temperaturtest übrigens mein Fleischthermometer. Schütte das erhitze Eiweiß-Zucker-Gemisch in die Schüssel der Küchenmaschine, sobald es 65 Grad erreicht hat und schlage es auf höchster Stufe 10 Minuten schaumig auf. Gib dann nach und nach die Butter dazu und schlage nochmal alles etwa 3-5 Minuten weiter.

Püriere die Brombeeren und streiche das Mus durch ein Sieb. Gib das Fruchtmus dann zum Frosting und rühre es gut unter.

Nimm nun eine drehbare Tortenplatte, gib etwas Buttercreme in die Mitte {wirklich nur ganz wenig, etwa 1/2 TL} und lege eine Tortenscheibe mit 15 cm Durchmesser darauf. Drück sie fest. Lege den ersten Walnuss-Biskuit-Boden darauf, gib 1 EL Buttercreme darauf, verstreiche sie und leg den ersten Schoko-Boden oben drauf. Verteile diesmal 2 EL Buttercreme auf dem Tortenboden und drücke 100 g Brombeeren in die Creme. Lege nun den nächsten Biskuit-Boden auf die Creme und drück den Boden gut fest. Nimm wieder 1 EL Buttercreme, verstreiche sie und lege den letzten Schokoladenboden mit der Unterseite nach oben auf die Creme. So bekommst du eine schöne gerade Oberfläche. Streiche nun die komplette Torte mit der restlichen Buttercreme ein. Die Schicht auf der Oberseite muss nur ganz dünn sein, da kommt nachher die Schokoladen-Glasur darauf. Wenn die ganze Torte eingestrichen ist, stelle sie etwa 15 Minuten in den Kühlschrank. Gib die restliche Buttercreme in einen Spritzbeutel.

Walnuss-Brombeer-Törtchen - angeschnittenes Törtchen Nahaufnahme - angeschnittenes Törtchen mit Teller

Das Törtchen steht nicht nur im Kühlschrank um schön fest zu werden, sondern auch um etwas kälter zu werden, denn das ist der entscheidende Trick um die Schokoladenglasur so aussehen zu lassen, wie auf den Bildern. Und genau um diese kümmern wir uns jetzt:

Schokoladen-Glasur und Deko

  • 100 g Zartbitter-Schokolade
  • 50 g Butter
  • eine Handvoll Brombeeren
  • eine Handvoll Walnüsse
  • kandierte Veilchen

Schmelze die Schokolade zusammen mit der Butter in einem kleinen Topf bei niedriger Temperatur. Nimm sie vom Herd und lasse sie so lang abkühlen, bis sie langsam anzieht. Hole dann sofort die Torte aus dem Kühlschrank, gib die Schoko-Glasur oben drauf und verstreiche sie mit einer Palette so, dass die Schokolade über den Rand läuft. Dekoriere die Oberseite der Torten mit den Brombeeren und den Walnüssen, lass dabei ein paar Lücken; stelle das Törtchen nochmals 20 Minuten kalt.

Hole es wieder aus dem Kühlschrank und fülle nun die Zwischenräume zwischen den Brombeeren und Walnüssen mit der restlichen Buttercreme aus dem Spritzbeutel. Dekoriere die Buttercreme-Tupfen mit kandierten Veilchen. Zerbrösle auch ein paar davon und streue sie über den Kuchen. Das Gleiche kannst du auch mit ein paar zerbröselten Walnüssen machen.

Ich gebe zu, die richtige Konsistenz der Schokoladen-Glasur zu erkennen ist nicht ganz leicht. Als ich solch einen Effekt von herunter gelaufener Schokolade zum ersten Mal ausprobiert habe, hat’s auch nicht auf Anhieb geklappt. Also nicht verzweifeln, wenn’s beim ersten Mal nicht klappt. Spätestens wenn die Menschen, die in den Genuss eures Törtchens kommen den ersten Bissen davon im Mund haben, ist es sowieso egal, wie das Törtchen aussieht. Denn der Geschmack ist einfach himmlisch. Intensive schokoladige Böden, zarter Walnuss-Biskuit, luftige Brombeer-Buttercreme. Eine wirklich großartige Kombination.

Walnuss-Brombeer-Törtchen - angeschnittenes Törtchen Nahaufnahme - angeschnittenes Törtchen mit Teller Walnuss-Brombeer-Törtchen - Ganzes Törtchen im linken Eck

Ich hoffe, euch gefällt mein kleines Törtchen und ich konnte mich damit für eure Likes revanchieren. Wo wir gerade dabei sind: Was würdet ihr denn gern mal auf meinem Blog sehen? Los, raus mit euren Wünschen. Vielleicht werde ich ja ein paar davon erfüllen.

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

Die Hochzeit meines Bruders ODER “Der Tag, an dem ich meine erste Hochzeitstorte serviert habe” – ein Erfahrungsbericht

Hochzeit_Bruder-5

Fast einen Monat ist es nun schon her, dass mein Bruder Stefan seine Anna geheiratet hat. Also ist es auch fast 1 Monat her, dass ich das wohl schwierigste Vorhaben meines bisherigen Back-Lebens gemeistert habe. Und darüber bin ich wirklich richtig richtig froh. Denn die Hochzeitstorte für den eigenen Bruder und seine wunderbare Frau zu machen ist schon etwas Besonderes. Und für mich kleinen Perfektionist war es die schönste und zugleich Nerven aufreibendste Erfahrung überhaupt. 6 Tage war ich mit der Torte insgesamt beschäftigt. Schließlich sollte alles daran auch selbst gemacht sein. Begonnen bei den Zuckerrosen bis hin zur Füllung. Vieles hat geklappt, vieles ging schief, einiges musste ich improvisieren anderes klappte perfekt. 6 Tage lang wechselte ich ständig zwischen einem Zustand von himmelhoch jauchzend und zu Tode betrübt {ok, “zu Tode” ist vielleicht etwas übertrieben}. Das Bild, das ihr nun gleich seht passt dazu perfekt. Links, die fertige Torte, auf die ich wirklich stolz bin und rechts der Zeitpunkt, als ich merkte, dass die mittlere Etage für die Etagere zu niedrig war und mich bloß keiner ansprechen durfte {Ja ich kann ganz schön ungemütlich werden, wenn’s nicht so läuft wie ich’s geplant habe *hihi*}. ABER: Am Ende waren alle glücklich und das ist die Hauptsache. Und nun mein kleiner Erfahrungsbericht über 6 Tage Himmel und irgend was anderes:

Collage

Bevor man eine Hochzeitstorte macht, sollte man natürlich erst mal ganz genau herausfinden, was das Brautpaar denn möchte. Anna wusste schon genau, wie die Torte aussehen sollte und schickte mir zwei konkrete Bilder von anderen Torten, was mir sehr weiterhalf, da ich wusste, wie der Stil der Torte ungefähr sein sollte. Außerdem kannte ich bereits das Farb-Motto der Hochzeit und die Füllungen standen auch sehr schnell fest. Also begann es zu rattern und nach und nach baute sich die Torte in meinem Kopf zusammen. Und nachdem ich alle Materialien und die Rezepturen zusammen hatte, begann 5 Tage vor der Hochzeit der Torten-Marathon.

Montag und Dienstag nahmen die Zuckerrosen und die kleinen Blümchen in Beschlag. Die durfte ich nämlich zweimal machen. Am ersten Tag formte ich die Rosen aus einer Blütenpaste von Städter, die ich bisher noch nie verwendet hatte. Das werd ich auch nicht mehr tun, denn die Paste war viel zu weich, riss dauernd und trocknete einfach nicht. Die Rosen sahen daher leider alles andere als hübsch aus, weshalb sie direkt vom Tisch in den Müll wanderten. Das war der erste Punkt an dem ich schon etwas nervös wurde und darum auch den Rest des Tages nichts mehr mit den Blumen zu tun haben wollte. Am nächsten Tag startete ich einen neuen Versuch mit einer Blütenpaste von Squires Kitchen, die ich schonmal verwendet hatte und mir per Express von Montag auf Dienstag liefern lies. Und es klappte alles hervorragend. 3 wunderschöne Rosen und 30 kleine Blümchen lagen vor mir und zauberten mir wieder ein Lächeln ins Gesicht.

Hochzeit_Bruder Hochzeit_Bruder-3

Am Mittwoch backte ich die beiden unteren Etagen. Da jede Etage 10 cm hoch werden sollte konnte ich das unmöglich zuhause schaffen, denn da hätten immer nur 2 dünne Böden auf einmal in den Ofen gepasst. Zum Glück hat mir Matthias Mittermeier die Großküche des Pfersich Trend-Forums zum Backen zur Verfügung gestellt. So konnte ich alle Böden auf einmal backen und mir noch ein paar Tipps vom Profi abholen. Für die unterste Etage habe ich Schokoladenbiskuit nach einem Rezept aus meinem Buch “Backen mit dem Backbuben”, das am 8.Oktober erscheint, gebacken und es mit Zartbitterganache und einem leckeren Himbeercurd gefüllt. Das Curd ist eine abgewandelte Version des superleckeren Johannisbeer-Curds von Trickytine. Ich hab einfach statt Johannisbeeren Himbeeren genommen. Die mittlere Etage war ein feiner Zitronenkuchen mit Lemoncurd-Füllung nach dem Rezept von Sarah mit einer weißen Ganache außenrum. Nachdem alle Böden gebacken und mit leckerer Füllung dazwischen gestapelt waren kamen sie in den Schockfroster und dort blieben sie bis Freitag.

Da ich aufgrund der hohen Außentemperaturen Angst hatte die Etagen direkt aufeinander zu stapeln, gab mir Matthias noch eine geniale Etagere mit, deren Etagen genau so hoch waren wie meine Kuchen, sodass es eigentlich so aussehen sollte, als wären die Etagen doch direkt aufeinander gestapelt. Ich sage “eigentlich”, denn daraus wurde nichts – aber dazu später mehr.

Hochzeit_Bruder-4 Hochzeit_Bruder-6

Am Donnerstag habe ich mich dann an die oberste Etage gemacht. Dafür hab ich zwei großartige Rezepte von Dagi verwendet, die in ihrer Kombination unschlagbar lecker sind. Einen Eierlikörkuchen und eine Mascarpone-Erdbeer-Füllung. Für mich ist das einfach die beste Zusammenstellung, die ich je gegessen habe, darum musste das die oberste und krönende Etage werden. An diesem Tag lief alles wieder wie geschmiert und ich freute mich auf den nächsten Tag.

Am eben besagten nächsten Tag, Freitag um genau zu sein, lieferte mir Matthias die beiden schockgefrorenen Etagen und am Abend sollten diese dann ihre Fondanthülle bekommen. Doch dabei ging einiges schief, was mich fast an den Rand eines Nervenzusammenbruchs brachte. Ich mach keine Witze. Ich saß am Ende des Tages heulend auf dem Boden in der Küche.

Hochzeit_Bruder-8

Das Schockfrieren war zwar eine gute Idee, die Torten länger haltbar zu machen, aber für das Überziehen mit Fondant war das bei fast 40 Grad Außentemperatur leider keine gute Idee. Der Fondant fing sofort an zu schwitzen, aber dank den Tipps von Sylvie von SugarheART hat’s dann erst mal doch geklappt. Ich hab einfach einen Ventilator daneben gestellt. So verpackte ich die unterste Etage {die übrigens 32 cm Durchmesser hatte} und die oberste {20cm Durchmesser} mit Fondant und stellte sie zurück in den Kühlschrank. Und als ich gerade dachte “Juhuu, alles läuft super” kam die mittlere Etage {26cm} dran. Und bei der ging so ziemlich alles schief, was schief gehen konnte. Als ich sie vom Blech auf die Drehplatte schob brach ein ungefähr 10cm langes und 3cm dickes Stück aus der Torte heraus. PANIK machte sich breit. Ich rührte darum neue weiße Ganache an, stellte sie ins Eisfach, damit ich sie schnell verarbeiten konnte und füllte damit das Loch. Leider war bis dahin die Ganache, die bereits auf der Torte drauf war, so weich, dass der Fondant darauf verrutschte und beim glattstreichen riss. Also nahm ich die Fondantdecke ab und schmiss sie in hohem Bogen irgendwo in die Küche. Ja und das war der Punkt mit dem Beinah-Nervenzusammenbruch. Doch zum Glück habe ich jemanden an meiner Seite, der mich wieder beruhigt hat. Also hab ich die Etage nochmal in den Kühlschrank gepackt und etwas später nochmal mit Fondant überzogen. Dann kam die Zuckerspitze dran, deren Zubereitung reibungslos klappte und die sich ohne Probleme an der Torten ankleben ließ. Zu diesem Zeitpunkt war es 3:40 Uhr morgens, also schon der Tag der Hochzeit. Völlig erschöpft ging ich ins Bett und träumte leider von allem, was noch schiefgehen könnte. Es war also alles andere, als eine erholsame Nacht. *gg*

Hochzeit_Bruder-9

Ja und dann war der Tag gekommen: Samstag, der 18.7.2015 - Die Hochzeit meines Bruders. Ich war aufgeregt bis in die letzte Haarspitze. Das Brüderchen heiratet schließlich nicht alle Tage. Vor der Trauung stand allerdings noch eine kleine Hürde an. Die 3 Etagen der Torte mussten heil an der Festhalle ankommen und ins Kühlhaus gebracht werden. Zum Glück lief alles reibungslos. Die Etagen waren sicher verstaut und nun konnte ich die Hochzeit genießen. Die kirchliche Trauung durfte ich mit 3 Songs untermalen und beim Ja-Wort flossen bei mir wieder Tränen. Diesmal jedoch aus freudigen Gründen. Danach ging’s zur Festhalle, in der ausgelassen geschlemmt, gefeiert und gelacht wurde. Und in der ich dank der coolen Foto-Box meines Kumpels Jascha auch wieder etwas Anspannung abbauen konnte. Und dann war’s soweit: 21:00 Uhr. Ich ging mit meiner Mutter in die Küche um die Torte zusammenzusetzen.

Jede Etage war auf einer Metallplatte aufgebracht, die mit einem Verbindungsstück zusammengeschraubt wurden. Dazu habe ich am Tag zuvor genau mittig in der untersten und mittleren Etage mit einem Ausstecher, der zur Etagere passt, ein Loch ausgestochen. Die unterste Etage war genau 10cm hoch und somit setzte die zweite Etage darauf ohne Lücke auf. Doch die mittlere Etage war aufgrund der Temperaturen am Tag zuvor wohl etwas in sich zusammengefallen und hatte nur noch 8 cm Höhe. Deshalb war da eine Lücke, wo keine sein sollte. Ich stand wieder kurz vor ‘nem Nervenzusammenbruch – zum Glück war meine Mum dabei. Die hatte die Idee, die Lücke einfach mit den kleinen Blümchen zu verdecken. Dafür waren die Blümchen zwar nicht gedacht, aber am Ende sah es so aus, als würde es so gehören. Zum Schluss kamen noch 2 Satinschleifen um die Etagen, die Rosen obendrauf und schwupdiwup war’s 21:30 Uhr. Der große Moment war gekommen. Zusammen mit meiner Mutter rollte ich die Torte auf die Tanzfläche und blickte in die strahlenden Gesichter von Stefan und Anna. Das ließ mit einem Mal alle Anstrengungen vergessen und mir fiel der größte Stein meines Lebens vom Herzen. Die beiden schnitten das erste Stück an, probierten und beide Daumen gingen nach oben. Puh, und noch ein Erfolgserlebnis. Und da sich Stefan und Anna so gefreut haben, dass ich die Torte mache, durfte ich sie danach auch an alle Gäste verteilen. Und das ganze Lob, das dann für Aussehen und Geschmack kam, wischte auch noch die letzte schlimme Erinnerung an die vergangenen Tage weg.

Hochzeit_Bruder-7

Ich kann euch sagen: das war ein Erlebnis. Und wer jetzt denkt “Das hört sich ja schrecklich an, was da alles passiert kann” – dem kann ich sagen: Alles halb so schlimm. Ich hab mich in das ganze Tortending nur so reingesteigert, da ich einfach die perfekte Torte für das Brautpaar abliefern wollte und der kleine Perfektionist in mir einfach nicht so leicht zufrieden zu stellen ist. Trotz all der kleinen Schwierigkeiten hat es dennoch Spaß gemacht – eine solche Hochzeitstorte werde ich trotzdem nie wieder machen. Das soll ein einmaliges Geschenk an meinen Bruder und seine Frau gewesen sein. Und es ist auch eine kleine Sicherheitsmaßnahme für meine eigene Gesundheit. Nicht dass man mich irgendwann mal in ‘ne Nervenheilanstalt einliefern muss – wegen einer Torte *hihi*

Hochzeit_Bruder_quer_wirdrei-2

 

Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei meinem Brüderchen und seiner tollen Anna bedanken: “Danke, dass mir die Ehre zuteil wurde, eure Hochzeitstorte zu machen. Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass eure gemeinsame Zukunft genau so rosig wird, wie die drei Rosen auf der Torte, genau so süß, wie die Füllung und dass euer Appetit aufeinander niemals endet *hihi*.”

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

 

PS: Ein großer Dank geht an dieser Stelle an Matthias Mittermeier, der mich ohne es zu wissen beruhigt hat und mir wirklich eine große Hilfe war. Danke, dass du mir deine Küche zur Verfügung gestellt hast und mir mit vielen Zutaten und Profiequipment ausgeholfen hast. Herzlichen Dank dafür.

PPS: Alle Bilder (bis auf das von mir beim “Torte zusammenbauen”) stammen von Jascha Pansch – JAP Fotografie. – Das besagte Bild in Klammern is von meinem Paps. Leider gibt’s kein Bild von der angeschnittenen Torte. 

Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos und Dattelboden – eine kleine Reise auf bisher unbetretenes Terrain

Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos-5

Hui, heute gibt es mal wieder einen Kuchen, der aus der Reihe tanzt und weder extrem süß noch extrem verspielt ist. Es ist ein kleiner No Bake Cake, der ein paar Geschmacksrichtungen miteinander verbindet, die ich so noch nie in einem Kuchen kombiniert habe. Da wäre zum einen ein süßer Boden aus Cashews und Datteln, eine helle Schicht Quark-Masse, die durch Wasabi eine leichte Schärfe erhält und eine grüne Schicht mit dem typisch grasigen Aroma von Matcha Tee. Es ist eine gewagte Kombination, aber es lohnt sich, sich auch einmal auf ein weniger alltägliches Terrain zu begeben.

Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos_hoch Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos-4

Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos und Dattelboden

Für den Boden:

  • 100 g Cashewkerne
  • 100 g Kokosraspeln
  • 6 EL Limettensaft
  • 200 g Soft-Datteln

Für die Füllung:

  • 500 g Magerquark
  • 200 g Frischkäse
  • 130 g griechischer Joghurt
  • 2 Tl Wasabi
  • 2 EL Matchapulver
  • 2 EL Agavendicksaft
  • 8 Blatt Gelatine
  • Kokosraspeln

Gib die Zutaten für den Boden in einen Mixer und zerkleinere alles so lange, bis eine dicke Paste entstanden ist. Gib die Paste in eine 18cm- Springform, drücke sie als Boden fest und stelle die Form dann in den Kühlschrank.

Gib den Quark, den Frischkäse und das Joghurt in eine große Schüssel und verrühre alles mit dem Handrührgerät zu einer glatten Masse. Verteile die Masse gleichmäßig auf zwei Schüsseln {es sollten jeweils 415 g sein}. Rühre unter die eine Hälfte die Wasabi-Paste und unter die andere Hälfte das Matchapulver und den Agavendicksaft. Stelle die Schüssel mit dem Matcha-Quark-Gemisch in den Kühlschrank.

Weiche nun 4 Blatt Gelatine in kaltem Wasser ein, lass sie etwa 10 Minuten quellen, drücke dann die Gelatine aus und erwärme sie bei niedriger Hitze in einem kleinen Topf, bis sie sich gelöst hat. Gib dann 2 EL der Wasabi-Quark-Mischung dazu, verrühre alles gut und gieße dann die Gelatinemischung zum restlichen Wasabi-Quark. Verteile die Masse auf dem Dattelboden in der Springform und stelle den Kuchen 2 Stunden kalt.

Nach 2 Stunden wiederholst du einfach den letzten Schritt ebenfalls mit der Matcha-Quark-Mischung. Gelatine einweichen, ausdrücken, auflösen, mit 2 EL Matcha-Quark mischen, Gelatine-Mischung unter die restliche Masse rühren und auf der Wasabi-Schicht verstreichen. Und wieder 2 Stunden kühlen.

Vor dem Servieren mit Kokosraspeln bestreuen.

Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos-2 Matcha Wasabi No Bake Cake mit Kokos-3

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube