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„Foodies for Sailors“ – Dreierlei Fladenbrote aus der Pfanne

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Das Leben an Land besteht aus Herausforderungen. Jeder von uns muss sie täglich meistern. Doch auf hoher See ist alles noch ein bisschen herausfordernder. Besonders wenn es darum geht, die hungrigen Mäuler der Crew zu stopfen. Darum ist mein Namensvetter Markus vom Blog Get on Board! auf eine geniale Idee gekommen. Er hat sich ein paar Food-Blogger geschnappt und sie vor eine wirklich große Herausforderung gestellt: „Backt oder kocht was Leckeres für Seeleute – ABER unter den Bedingungen die an Board herrschen“. Und einer dieser Blogger bin ich. Ich habe die Herausforderung angenommen und mich den Boardgegebenheiten angepasst. Wie die genau aussehen, erfahrt ihr in Markus‘ Beitrag. Ich kann euch nur schon mal sagen, dass ich nicht nur auf einen Ofen verzichten musste.

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Nun, was backt man für tüchtige Seemänner und -frauen? Etwas, das satt macht und das man in großen Mengen vor- und zubereiten kann. Darum habe ich mich für drei leckere Fladenbrot-Variaten entschieden, die man ganz einfach in der Pfanne statt im Ofen bäckt. Denn einen Gasherd und eine Pfanne gibt es auf so gut wie jedem Schiff. Und die verwendeten Zutaten sind auf der ganzen Welt erhältlich. Da es weder eine Waage noch einen Messbecher an Board gibt, habe ich mich für ein 0,2l-Glas als Maßeinheit entschieden. Küchenmaschine? Fehlanzeige! Beim Teig Kneten ist Handarbeit angesagt. Das ist auf den ersten Blick zwar anstrengender, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen aber als zusätzliches Fitnessprogramm für die Arm-Muskulatur. Und als Nudelholz-Ersatz kann man einfach eine Flasche zum Ausrollen des Teiges verwenden.

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Türkisches Fladenbrot 

Zutaten {für 4 große Fladen}:

  • 3 1/2 Gläser Mehl
  • 1 Glas Wasser
  • 2 EL Olivenöl
  • 1 TL Salz

Zubereitung:

  1. Die Zutaten in einer Schüssel vermischen, kurz mit den Händen verkneten, bis sich alles gut verbunden hat und dann den Teig auf einer bemehlten Arbeitsplatte 5-7 Minuten gut durchkneten. Den Teig dann in 4 gleiche Teile teilen, zu Kugeln formen, mit einem Geschirrtuch abdecken und 30 Minuten ruhen lassen.
  2. Eine große Pfanne ohne Öl bei mittlerer Flamme auf dem Gasherd erhitzen. Eine Teigkugel auf einer leicht bemehlten Arbeitsfläche oder einem Tisch im selben Durchmesser der Pfanne ausrollen und von beiden Seiten 2-3 Minuten backen und danach auf einen Teller legen. Die anderen 3 Fladen genau so zubereiten und auf dem selben Teller stapeln.

Das Stapeln der Fladen ist wichtig, da sie dann schön weich bleiben und sich besser falten oder rollen lassen. Denn die Fladen sind nicht nur als sättigender Brotersatz geeignet, sondern können auch mit verschiedensten Dingen befüllt werden. In eine luftdichten Tüte oder Dose verpackt sind die Fladen mehrere Wochen lang haltbar und können bei Bedarf einfach kurz in der Pfanne erwärmt werden. Das Rezept habe ich mir übrigens von einer türkischen Freundin ausgeliehen. Und schon kommt das nächste Rezept.

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Indonesische Curryfladen mit Meersalz 

Zutaten {für 24 Stück}:

  • 3 1/3 Gläser Mehl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Backpulver
  • 1 EL Curry
  • 1 EL Öl + Öl für die Pfanne
  • 1 Glas Wasser (0,2l)
  • Meersalz

Zubereitung:

  1. Alle Zutaten in einer großen Schüssel mit den Händen zu einem glatten Teig verkneten. Sollte der Teig etwas zu trocken sein, einfach etwas mehr Wasser dazu geben. Der fertige Teig sollte nicht mehr an den Fingern kleben und schön geschmeidig sein. Den Teig in 24 Teile teilen, zu kleinen Kugeln formen und etwa Bierdeckel-groß ausrollen.
  2. Eine große Pfanne auf mittlerer Flamme erhitzen, Öl hineingeben {der Boden der Pfanne sollte komplett damit bedeckt sein} und 3-4 Fladen gleichzeitig darin goldgelb backen. Je nach Hitze etwa 1-3 Minuten von jeder Seite. Dann auf einen Teller legen und mit Meersalz bestreuen. Mit allen anderen Fladen genau so verfahren. Immer für genügend Öl in der Pfanne sorgen.

Die kleinen Fladen sind die perfekte Beilage zu Suppen, Eintöpfen oder anderen Dingen, in die man sie dippen kann. Sie machen schön satt und können ebenfalls super vorbereitet werden. Auch als Snack für zwischendurch sind sie perfekt geeignet. Sie können luftdicht verpackt ebenfalls mehrere Tage lang aufbewahrt werden. Oder man lässt sie an der Luft trocknen und hat dann nach ein paar Tagen eine knusprige Knabberei zur Hand.

Das letzte Rezept ist etwas aufwändiger, aber auf jeden Fall die Mühe wert. Es ist eins meiner liebsten Brote – indisches Kerala Paratha. Ich liebe die indische Küche und darum musste auch ein Rezept aus diesem Land mit an Board kommen.

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Indisches Kerala Paratha

Zutaten {für 10-12 Stück}:

  • 3 1/2 0,2l-Gläser Mehl
  • 1 TL Salz
  • 1 TL Zucker
  • 1 TL Backpulver
  • 1 0,2l-Glas Wasser
  • 2 EL Öl + Öl zum Bestreichen und Braten

Zubereitung:

  1. Das Mehl mit Salz, Zucker und Backpulver in einer Schüssel mischen. 1 EL Öl dazugeben und alles gut mit den Fingern verkneten. Kleine Klümpchen einfach zwischen den Fingern zerdrücken. Dann den 2.EL Öl dazu geben und nochmals alles vermischen.
  2. Das Wasser in 3 Teilen dazugeben und immer gut verkneten, bis der Teig schön geschmeidig ist und nicht mehr an den Fingern klebt. Es kann sein, dass je nach der verwendeten Mehlsorte mal etwas mehr oder weniger Wasser benötigt wird. Den Teig, wenn er schön geschmeidig ist, aus der Schüssel nehmen, etwas Öl auf den Händen und der Arbeitsfläche verteilen und ihn 5-7 Minuten lang von Hand durchkneten.
  3. Eine Kugel aus dem Teig formen, in die Schüssel legen, die Oberfläche mit Öl bestreichen, mit einem sauberen, feuchten Geschirrtuch oder T-Shirt abdecken und 30 Minuten ruhen lassen. Anschließend nochmal kurz auf der leicht eingeölten Arbeitsfläche durchkneten.
  4. Den Teig in 10 gleich große Stücke teilen und Kugeln daraus formen. Alle Kugeln in die Schüssel zurücklegen und mit dem feuchten Tuch abdecken. Nun nacheinander alle Kugeln wie folgt verarbeiten: Eine Teigkugel auf der eingeölten Arbeitsfläche möglichst dünn ausrollen. Die komplette Oberfläche des Teiges mit Öl bestreichen und leicht mit Mehl bestäuben. Den Teig von der langen Seite her wie eine Ziehharmonika falten und mit der eingeölten Seite nach oben zu einer Schnecke einrollen, das Ende unter die Schnecke klappen und festdrücken. Die Schnecken dann wieder mit dem feuchten Tuch abdecken.
  5. Die Pfanne auf der kleinen Flamme des Gasherdes aufheizen. Eine Teig-Schnecke auf einer geölten Arbeitsfläche kreisrund ausrollen und mit etwas Öl in der Pfanne von beiden Seiten etwa 2-3 Minuten goldgelb backen. Die Seite die oben liegt dabei immer dünn mit Öl bestreichen. Die Paratha dann aus der Pfanne nehmen und mit den Händen mehrmals von der Seite zusammendrücken, damit die einzelnen Lagen etwas aufreißen. Bis zum Servieren am besten in einem Topf mit Deckel aufbewahren. Alle anderen Parathas genau so zubereiten.

Die Zubereitung der Parathas ist tatsächlich etwas aufwändiger, aber der Geschmack wird euch umhauen. Die Parathas serviert man als Beilage zu Linsen-Gerichten oder Currys. Sie schmecken aber auch sehr lecker zum Frühstück mit salziger Butter und Marmelade bestrichen. Sollte es an Board ein Gefrierfach geben könnt ihr die Parathas auch einfach vor der Reise vorbereiten. Ihr rollt sie einfach aus, stapelt sie abwechselnd mit Butterbrotpapier aufeinander, packt sie in einen Gefrierbeutel und friert sie ein. Dann könnt ihr sie jederzeit in der Kombüse zubereiten – einfach direkt aus dem Eisfach in die Pfanne geben. Fertig!

Foodies for Sailors - 3 verschiedene Fladenbrote

Mit diesen drei Rezepten ist doch zumindest schon mal ein Grundstock für eine sättigende Mahlzeit an Board gelegt. Mir hat es so richtig Spaß gemacht einmal komplett ohne moderne Geräte zu backen und die Gehirnzellen noch mehr herauszufordern. Und selbstverständlich würde ich auch nicht „Nein“ sagen, wenn mich jetzt spontan jemand auf ’nen Segeltörn einladen würde. Oder vielleicht sollten auch einfach alle Blogger, die bei „Foodies for Sailors“ mitmachen demnächst mal gemeinsam in See stechen?!

Das erwartet euch in den nächsten Wochen bei der Blogparade „Foodies for Sailors – What shall we do with the hungry sailors?“:

Morgen, 09. April, findet ihr bei Anna von Anna im Backwahn ein leckeres Rezept für einen „Mediterranen Nudelsalat“. Einen Tag später gibt’s einen „Reistopf“ von Annkathrin von Kochblog-Action. Am 11. April verwöhnt Mathias von Grand Gourmand die hungrigen Seeleute mit „Xinxim de Galinha“. Constanze von Das wunderbare Leben präsentiert am 15. April „Gefüllte Pfannkuchen – ganz nach deinem Geschmack“, dicht gefolgt von Lenas „Reissalat mit Crostini“, den sie am 16. April auf LenasFoodForFriends zubereitet. Am 17. April verteilt Kerstin von My Cooking Love Affair eine Runde „Astronautenfutter“ an Board, am 18. April tischt Juliane von Schöner Tag noch eine „One Pot Pasta“ auf und den Abschluss macht Mara von Life is full of Goodies am 19. April mit einem köstlichen „French Toast“.

Möge der Schneebesen mit euch sein,

Euer Backbube

//PS: Vielen Dank an Markus für diese tolle Idee und an Anni von Pötit für die wunderbaren Logos und Grafiken zur Blogparade.

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14 Comments

  • Reply
    Constanze
    8. April 2016 at 09:30

    Oh, das sieht so köstlich aus! Ich liebe Fladenbrot ja und werde während Markus auf hoher See unterwegs ist, das einfach daheim für mich zubereiten, ha!

    • Reply
      backbube
      8. April 2016 at 12:29

      Soso, wenn das der Markus wüsste, dann würde er bestimmt zuhause bleiben und sich das nicht entgehen lassen ;).

      Bin gespannt auf dein Rezept.
      Möge der Schneebesen mit dir sein,
      Markus

  • Reply
    Markus von der SY NAMBAWAN
    8. April 2016 at 09:55

    Danke Namensvetter für deine drei Bordgerichte. Die werde ich demnächst bestimmt mal nachkochen.

    Vor allem bei längeren durchgehenden Schlägen ist frisches Brot ohnehin Mangelware und ich verweigere die Aufbackbrötchen…

    Ja, und vielleicht ergibt sich ein gemeinsamer Segeltörn. Im Juli hätte ich noch eine Woche im wunderschönen ionischen Meer frei ;-)

    • Reply
      backbube
      8. April 2016 at 12:28

      Hallo Markus,

      ich freu mich, dass du die Rezepte ausprobieren möchtest. Ich dachte mir schon, das frisches Brot an Board oft Mangelware sein könnte. Dann passen meine Rezepte ja noch viel besser.

      Der Segeltörn klingt verlockend, allerdings ist der Juli bei mir schon dicht. Ich werde aber demnächst mal auf dem Bodensee mit Bekannten meiner Eltern ein bisschen segeln und wer weiß, vielleicht bin ich dann so angefixt, dass ich den Schein mache. Ich liebe das Meer und alles maritime – komischerweise, denn ich kann nicht tauchen, hasse schwimmen und mag nicht im Meer baden, wenn es Wellen gibt. Auf nem Schiff dagegen liebe ich stürmische See ;). Tja, komisch manchmal.

      Ich wünsch dir jedenfalls viel Spaß im Juli und viel Freude beim backen.

      Möge der Schneebesen mit dir sein,
      Markus

  • Reply
    lena
    8. April 2016 at 10:51

    Lieber Markus,
    das sind wirklich ganz tolle Brotrezepte, die ich sicher mal (auch außerhalb eines Segelbootes) nachmachen werden. Tatsächlich musste ich wirklich schon das ein oder andere Mal leere Weinflaschen als Nudelholz nutzen und in meiner Studentenküche gab es früher auch keinen Küchenmaschine zum kneten.
    Liebe Grüße, Lena

    • Reply
      backbube
      8. April 2016 at 12:23

      Hallo Lena,

      ich freue ich, dass dir meine Rezepte gefallen. Besonders die Parathas kann ich nur empfehlen. Ist zwar ein bisschen Arbeit, aber lohnt sich. Weinflaschen sind in der Tat gut als Nudelholzersatz geeignet. Man sollte nur nicht zu kräftig damit ausrollen, sonst bricht vielleicht noch der Hals ab. Das will ich mir gar nicht vorstellen.

      Bin gespannt auf dein Rezept,
      Möge der Schneebesen mit dir sein,
      Markus

  • Reply
    Karin
    8. April 2016 at 10:54

    Hallo Markus,
    super Rezepte, muss ich gleich mal demnächstens ausprobieren, ich liebe Fladenbrot.
    Als ich Deinen Blog las musste ich an eine lang zurückliegende Segeltour denken – ich habe in Holland dann auf dem Schiff schwäbischen Kartoffelsalat zubereitet. Die richtigen Kartoffeln zu bekommen war eine Herausforderung! Daran erinnere ich mich noch nach fast 20 Jahren. Und auch daran, wie wir die Küchenschränke zugebunden haben und auch die Töpfe gut fixiert haben wärend dem Segeln :-))
    Danke für den Anstupser für die kleine Reise in die Vergangenheit.
    Grüße
    Karin

    • Reply
      backbube
      8. April 2016 at 12:21

      Hallo Karin,

      ach schön, dass dich meine Rezepte in der Vergangenheit entführt haben. Schwäbischen Kartoffelsalat würd ich jetzt allerdings auch gern haben wollen ;).

      Möge der Schneebesen mit dir sein,
      Markus

  • Reply
    kochen-und-backen-im-wohnmobil.de
    9. April 2016 at 13:59

    Hey, klasse! Die passen auch hervorragend zum Leben und Urlauben im Wohnmobil! Die Küchenausstattung ist nämlich ähnelich wie im Boot… ich mach auch alles ohne Ofen! Dank dafür :) .
    Viele Grüße aus Marokko, Doreen

    • Reply
      backbube
      10. April 2016 at 21:31

      Hallo Doreen,
      stimmt, da ist die Ausstattung ja auch eher spärlich. Bin gespannt, wie dir die Brote schmecken. Lass es mich wissen, wenn du ein Rezept ausprobiert hast.

      Liebe Grüße nach Marokko,
      Möge der Schneebesen mit dir sein,
      Markus

  • Reply
    Annkathrin
    11. April 2016 at 18:47

    Oh Markus, das sieht sooo lecker aus. Ich liebe so Brot und werde die drei Varianten alle mal testen.
    Deine Bilder sind sososo toll geworden!

  • Reply
    Kroatischer Djuvec-Reis mit Cevapcici und Ajvar-Crostini oder Foodies for Sailors | lenasfoodforfriends
    16. April 2016 at 12:19

    […] nachkochen, dazu müsst ihr nicht auf ein Segelboot. Ich werde demnächst auf jeden Fall die verschiedenen Fladenbrote vom Backbuben probieren (Einige meiner Facebookfreunde sind schon ausgeflippt, als ich seine Bilder […]

  • Reply
    "Foodies for Sailors" - French Toast in zwei Varianten - Life Is Full Of Goodies
    19. April 2016 at 06:01

    […] Am 08. April startete mein lieber Markus alias Der Backbube mit „Dreierlie Fladenbrote aus der Pfanne“. […]

  • Reply
    cornelia
    19. April 2016 at 10:08

    Hallo Markus, vielen Dank für die schönen Fladenbrot Rezepte. Die funktionieren an Bord wirklich hervorragend, weil sie noch nicht einmal Eier brauchen udn auch keinen Ofen. Gut überlegt, und mit so vielen Variationsmöglichkeiten. Ich bin durch Markus auf die Aktion aufmerksam geworden. Tole Sache.

    Liebe Grüße Cornelia

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