Monthly Archives: Juli 2012

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Himmlischer Träubleskuchen – oder: Schwäbischkurs für Anfänger

Wenn es etwas etwas außer Backen gibt, das ich sehr gerne tue, dann ist es Kochen. Und beim Kochen kombiniere ich gern Zutaten, die man sonst so nicht kombinieren würde. Kombinationen die manche Menschen dazu verleiten, entsetzt zu rufen: “Oh Gott, wie kann man das nur kombinieren” – oder “Ja, wuäääääääh”! Doch ich tue es trotzdem: Spargel & Erdbeeren, Schokolade & Wasabi, Hühnerfleisch & Papaya. Doch nun werde ich etwas wagen, das eine Herausforderung wird. Das habe ich mich noch nie getraut. Ob ich das überlebe steht an dieser Stelle nicht fest. Also gut! Ich wage es! Ich traue mich! Ich springe über meinen Schatten: Ich bringe meinen deutschen Lesern schwäbisch bei. Ja ich trenne das ganz bewusst. Deutsch und Schwäbisch ist keinesfalls die gleiche Sprache. Und das traue ich mich als Schwabe zu sagen. Denn ich selbst verstehe schwäbisch manchmal nicht. Das Schwabenland hat sonst echt viele Leckereien zu bieten (Spätzle, Maultaschen, Linsen mit Wienerle, Kartoffelsalat, Wurstsalat usw.) aber der Dialekt gehört nicht dazu. *gg*

Da steht “Himmlischer Träubleskuchen“, doch mit Trauben hat der Kuchen absolut nichts zu tun. Denn Träuble, oder noch schlimmer Draibla, sind nichts anderes als Johannisbeeren. Und aus Johannisbeeren kann man leckere Marmelade machen, die in Schwaben komischerweise Gsälz genannt wird. Gsälz enthält meiner Meinung nach das Wort Salz,doch ich kann mich nicht erinnern, jemals Salz in eine Marmelade gestreut zu haben. Entstanden ist das Wort Gsälz tatsächlich dadurch, dass Salz früher die billigste Zutat war, um Dinge haltbar zu machen. Trotzdem merkwürdig, oder nicht? Ein weiteres Kuriosum ist das Wort “hebâ”, also “heben”, doch damit ist nicht “anheben” gemeint, sondern “festhalten”. Ein Tortenheber ist im Schwäbischen also jemand, der eine Torte festhält. *hihi* “Anheben” heisst auf schwäbisch übrigens “lupfâ”.

Wenn jemand im Schwabenland zu euch sagt: “I hätt gern a Bretschlengsguatsle ond a paar Hengalabreedla”, dann möchte er/sie eigentlich sagen: “Ich hätte gerne eine Erdbeerbonbon und ein paar Himbeerplätzchen”. Ich bin meinen Eltern sehr dankbar, dass sie mich ziemlich hochdeutsch erzogen haben. Den letzten Rest “Schwäbisch” hat zum Glück meine Schauspielausbildung erfolgreich aus meiner Sprache entfernt. Es ist schon schwer teilweise durch die deutsche Sprache durchzublicken, aber Schwäbisch ist nochmal eine Sache für sich. Nun aber zum eigentlichen Grund für diesen Beitrag:

Ich liebe diesen Kuchen. Nicht zu süß. Im Gegenteil: Säuerlich!! Und sauer macht lustig. Und erfrischt! Besonders im Sommer ist dieser Kuchen ein Genuss. Auf die Terasse setzen, ein gutes Buch auf dem Schoß und ein gekühltes Stück Johannisbeerkuchen mit Baiserhaube auf dem Teller. Herrlich!!! Baiserhauben sind sowieso das Leckerste der Welt. Wenn es einen Himmel gibt, dann hoffe ich, dass dort alles aus locker, luftigen Baiserhauben gemacht ist. Dann lasse ich mir den ganzen Tag diesen zarten Zuckerschnee auf der Zunge zergehn. Ach wäre das wunderbar!!

Ich habe übrigens den Zucker im Teig (nicht in der Füllung) komplett weggelassen, da ich den Kuchen noch weniger süß haben wollte. Ihr könnt das ganz flexibel handhaben, so wie ihr wollt. Der Mürbteig lässt sich sonst nach dem bewährten 3-2-1-Prinzip herstellen (Nenn nur ich das so?): 300 g Mehl – 200 g Butter – 100 g Zucker…. ganz leicht zu merken. Wer den Kuchen ein bisschen aufpeppen will, der nimmt einfach nochmal 250g Johannisbeeren, taucht sie in Wasser und wälzt sie anschließend in Zucker. Dann auf dem Kuchen verteilen.

Zum Schluss gibts noch einen oiriginal schwäbischen Zungenbrecher:

“Dr Minischdrbräsidend Lodhar Schbäd hôts Schpeck-Bschteck zschbät bschdellt”……was auf deutsch dann ungefähr heißt, dass irgendein Ministerpräsident das Besteck zum Speckessen zu spät bestellt hat. *hihi* Ich hoffe, dass mir meine Blogger-Kolleginnen Joanna und Anna verzeihen, dass ich über die schwäbische “Sprache” so hergezogen habe. Wenn nicht, muss ich wohl Bestechungsbreelda backen, oder Bestechungs-Preschdlengsgsälz einkochen.

Also dann “adele” (nein nicht die Sängerin!!)

Euer Backbua

Wenn ein Freund spontan zum Kaffee kommt….

….dann wird natürlich aufgetischt. Und wie immer war ich vorbereitet für spontanen Besuch. Die Mohn-Vanille-Gugl von gestern warteten unter der Glasglocke meiner Tortenplatte und nachdem ich gestern abend noch so im Backfieber war, habe ich noch zusätzlich kleine 3-Schoki-Gugl (mit weißer, Vollmilch- und Zartbitterschokolade) gebacken, auf Vorrat. Man weiß ja nie wer so zu Besuch kommt.

Und endlich konnte ich die tollen kleinen Schälchen von Raeder verwenden, die ich schon lange in meinem Schrank stehen habe. Ich habe sie ganz billig im Buchladen!! meines Vertrauens bekommen. 20% Personalrabatt und 50% Abverkaufsrabatt, macht zusammen 70% Rabatt. Da kann man sich dann auch mal als Normalsterblicher diese tollen Raeder-Accessoires leisten.

Und während ich gestern noch sagte, ich könne widerstehen, eine Mascarpone-Creme zu den Mohn-Vanille-Gugls zu machen, war sie heute fällig. Habe dazu 2 große Löffel Mascarpone mit ein bisschen geschlagener Sahne verrührt, dann ein Spritzer Zitrone & frische Vanille dazu. Und mit Zucker gesüßt. Herrlich cremig und sündhaft lecker. Damit die kleinen Gugl zu füllen sollte verboten werden, denn das macht ab dem ersten Bissen süchtig.

Eigentlich wollte ich heute auf den Flohmarkt, um mich nach tollen Dingen umzuschaun, die man als Dekoration für Fotos verwenden könnte. Doch leider hat sich der Sommer auch heute nicht blicken lassen. Regen. Regen. Regen. Darum wurde der Flohmarkt abgesagt. Schade.

Da kam dieser kleine gemütliche Kaffee-Nachmittag richtig gelegen. Kleine Küchlein essen, sündhafte Mascarpone-Creme schlecken, schnacken, lachen und gute Musik im Hintergrund laufen lassen. Herrlich.

So langsam bekomm ich auch ein Gefühl dafür, wie man die Fotos schön hin bekommt, und nachdem der Freund, der heute zu Besuch kam, sich auch mit meiner Camera auskennt, weiß ich nun, wie ich verschiedene Ebenen scharf und unscharf hinbekomme.

Schönes Wochenende,

Euer Backbube

Is denn heute schon Mo(h)ntag? Mal guugln!!

Da ist die Woche schon fast zu Ende, und was mach ich? Ich überspringe einfach das Wochenende und verlege den Montag auf den Freitag. Oder sollte ich Mohntag sagen? Seit Mo(h)naten habe ich nämlich diese pinken Silikon-Gugelhupf-Formen mit passendem Buch dazu im Bücherregal stehen – also die Formen stehen natürlich nicht im Regal -und da hab ich heute einfach mal leckere Mohn-Vanille-Gugl gebacken.

Was soll ich sagen: Ich liebe diese kleinen Kuchendinger. Die sind so klein und kugelrund, mit einem Haps sind die im Mund. Ich bin süchtig danach. Die sind kalorienmäßig nicht so mo(h)nströs wie die Kuchen, die man sonst so backt. Ok, FALSCH. Denn ich ess bestimmt alle Gugl auf einmal.

Ok, ich gebs zu: Ich hab die süßen Dinger vor einem Tag schon mal gebacken, hab aber blöderweise im Halbschlaf das Rezept falsch gelesen und statt 1 EL Zitronensaft, den Saft einer kompletten Zitrone genommen, was zur Folge hatte, dass ich die Minikuchen am liebsten auf den Mo(h)nd geschossen hätte. Aber das konnte ich nicht auf mir sitzen lassen. Also einfach nochmal gebacken. Und diesmal hab ichs gebacken bekommen. Ich sollte einen Wordspielaward bekommen, was meint ihr?!

Mohn-Vanille-Gugl (aus dem Buch DERGUGLFeine Kuchenpralinen)

Zutaten:

  • 1/2 unbehandelte Zitrone
  • 1 Vanilleschote
  • 80 g Butter
  • 65 g Puderzucker (gesiebt)
  • 2 TL Rum
  • 1 EL Zitronensaft
  • 2 Prisen Salz
  • 100 g Eier (2 mittelgroße)
  • 30 g Mehl
  • 65 g Weichweizengrieß
  • 20 g Dampfmohn

Zubereitung:

Schritt 1: Gugelhupfformen fetten, mehlen und den Backofen auf 210 Grad Ober-/Unterhitze vorheizen.

Schritt 2: Die Schale der halben Zitrone abreiben. Vanilleschote halbieren und das Mark herauskratzen. Butter und gesiebten Puderzucker erhitzen, mit Rum, Zitronenschale und -saft, Vanillemark und Salz vermischen. Eier einzeln unterrühren. Mehl und Weizengrieß mischen und sieben. Ebenfalls unterrühren. Dann den Dampfmohn untermischen.

Schritt 3: Teig bis zum Rand in die Förmchen füllen, da der Teig nicht sehr aufgeht. Im unteren Backofendrittel ca. 14 Minuten backen. Herausnehmen, abkühlen lassen und dann aus der Form herauslösen.

Und die sind wirklich soooo lecker. Da hat man so richtig Lust noch ne tolle Mascarpone-Mohn-Creme dazu zu machen, aber man muss es ja mit den Kalorien nicht übertreiben. Oder doch? Nein! Doch! Nein! NEIN! NEIN! – Ach ist das schön, den Kampf gegen die Mo(h)nster zu gewinnen, die einem einreden, man müsse die Mohn-Gugls auch noch mit Mascarpone toppen. Mal schaun wie oft ich noch wiederstehen kann.

Das Wochenende steht ja nun endlich vor der Tür und da ist natürlich wieder viel freie Zeit angesagt. Wenn der herbstliche Mo(h)nsunregen dann vorbei ist, wär es doch ganz schön, wenn sich die Sonne wieder blicken lassen würde, oder!? Was macht ihr denn am Wochenende immer am liebsten? Mo(h)nopoly spielen, Mo(h)nologe halten, im Mo(h)ndlicht spazieren gehn? Freu mich auf eure Antworten.

Mo(h)nstermäßige Grüße,

Euer Mann im Mo(h)nd